Die UN-Klimakonferenz muss aus Sicht von Greenpeace mit einer gemeinsamen Ankündigung aller Staaten enden, mehr Tempo im Kampf gegen den Klimawandel zu machen. "Die Länder müssen sich in der Abschlusserklärung zur Konferenz verpflichten, im nächsten Jahr ehrgeizigere nationale Klimaschutzpläne vorzulegen", sagte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser der Deutschen Presse-Agentur. Auch auf die Aussagen der Klimawissenschaft zur Reduktion von Treibhausgasen, die zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad notwendig ist, müsse die Erklärung von Madrid sich beziehen. "Die Menschen erwarten, dass sofort mehr getan wird", sagte Kaiser.
Nach dem Pariser Klimaabkommen ist 2020 das Jahr, in dem die knapp 200 Mitgliedsstaaten ehrgeizigere Pläne vorlegen sollen. Umweltverbände argumentieren, dass dieser Prozess schon in diesem Jahr in Schwung kommen muss, damit möglichst viele Länder mitziehen. "Hier in Madrid könnte genau das Gegenteil passieren, das wäre eine verheerende Botschaft", mahnte Kaiser. Alle EU-Minister sollten geschlossen auf schärfere Ziele der Europäischen Union für 2030 dringen und dafür einen ehrgeizigen Zeitplan einfordern.
Eines der wichtigsten Themen der Verhandlungen in Madrid ist, nach welchen Regeln Staaten oder andere Akteure Klimaschutz in anderen Ländern finanzieren und sich auf die eigenen Bemühungen anrechnen können. Kritiker fürchten, dass Maßnahmen doppelt gezählt werden könnten und der Druck sinkt, im eigenen Land umzusteuern. "Es darf keinen Minimalkonsens mit riesigen Schlupflöchern geben", warnte Kaiser./ted/DP/jha
AXC0029 2019-12-10/06:25
