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MÄRKTE USA/Wall Street erholt sich dank Ölpreisrally

NEW YORK (Dow Jones)--Nach einem zweitägigen Ausverkauf und dem Abrutschen auf ein Zweiwochentief zeigt sich die Wall Street zur Wochenmitte mit einer leichten Erholung. Positiv wird am Markt das fast eine halbe Billion Dollar schwere neue Corona-Hilfspaket gewertet. Republikaner von Präsident Donald Trump und die oppositionellen Demokraten haben sich darauf verständigt. Das meiste Geld - rund 320 Milliarden Dollar - ist für kleine und mittlere Unternehmen bestimmt. Die Betriebe sollen mit den Mitteln ihre Mitarbeiter weiter bezahlen können. Der US-Kongress hat seit Anfang März bereits drei Coronavirus-Hilfspakete beschlossen.

Am Mittag (Ortszeit) steigt der Dow-Jones-Index um 1,9 Prozent auf 23.460 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legen um 2,1 bzw. 2,3 Prozent zu.

Der historische Preisverfall am Ölmarkt scheint indes auszulaufen - die Preise bewegen sich aber noch immer auf Krisenniveau. Der Markt dürfte sich nun unter Schwankungen stabilisieren, hofft ein Händler. Der Crash am Ölmarkt hatte ganz entscheidend zur jüngsten Schwäche der Wall Street beigetragen. Gleichwohl sind die Rohöllagerbestände in den USA in der zurückliegenden Woche erneut deutlich gestiegen, wie aus den offiziellen Regierungsdaten hervorgeht. Der Anstieg um 15,02 Millionen Barrel übertraf die Erwartung der Analysten von 13,8 Millionen Barrel leicht. Die Daten stören die Aufwärtsbewegung der Preise allerdings nicht.

US-Leichtöl der Sorte WTI zur Lieferung im Juni verteuert sich um 24,7 Prozent auf 14,43 US-Dollar. Auch die Terminkontrakte auf Lieferung nach Juni ziehen deutlich an. Europäisches Referenzöl der Sorte Brent legt um 5,6 Prozent auf 20,41 Dollar zu.

Regierung will Ölbranche helfen 

Die Regierung von US-Präsident Trump will den gebeutelten Öl- und Gasunternehmen nun laut Berichten mit einer Staatsbeteiligung unter die Arme greifen. Kritiker sehen in der Maßnahme keinen unmittelbaren Einfluss auf die Ölpreise. "Bei Interventionen der Regierung in der Branche steigt der Druck auf die Unternehmen sehr stark, Dividenden und Aktienrückkäufe über einen längeren Zeitraum auszusetzen", sagt Marktstratege Hugh Gimber von JP Morgan Asset Management.

Mit der Erholung am Rohstoffmarkt steigt auch der Goldpreis wieder, der zuletzt in den Abwärtsstrudel fallender Preise für Industrierohstoffe geraten war. Der Preis für die Feinunze klettert um 1,4 Prozent auf 1.711 Dollar. Händler betonen, dass derzeit weiterhin viel für Gold spreche - vor allem die enorme Geldmengenausweitung der Notenbanken und die schuldenfinanzierten Konjunkturprogramme der Staaten.

Die steigende Risikobereitschaft lässt den Dollar zwischenzeitlich leicht nachgeben, mittlerweile hat der Greenback die Verluste allerdings wieder aufgeholt. Aktuell liegt der Euro bei 1,0830 Dollar, nach einem Tageshoch bei 1,0885 Dollar.

Die Rentenmarktnotierungen geben nach. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um 3,6 Basispunkte auf 0,60 Prozent. Belastet werden die Anleihekurse vom neuerlichen Hilfspaket der US-Regierung.

Berichtsperiode nimmt Fahrt auf 

Unter den Einzelaktien sind es aktuell die Geschäftszahlen, die die Kurse machen, nachdem am Gesamtmarkt wieder etwas Ruhe eingekehrt ist. AT&T fallen um 1,8 Prozent. Die Unsicherheit rund um die Coronavirus-Pandemie lässt die Medien- und Telekommunikationsriesen vorsichtiger werden. Der US-Konzern zog seine Finanzprognose für das Gesamtjahr zurück. Im ersten Quartal verfehlte AT&T die Erwartungen der Analysten. Allerdings sorgt die Krise für eine höhere Nachfrage nach Mobilfunk- und Breitbandangeboten.

Die Titel des Börsenbetreibers Nasdaq fallen um 1,5 Prozent. Das Unternehmen hat im ersten Quartal 2020 deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Allerdings hatte die Gesellschaft im Vorjahr unter dem Strich von Geschäftsveräußerungen profitiert. Bereinigt übertrafen Ergebnis und Einnahmen die Schätzungen.

Boeing ziehen um 1,4 Prozent an. Der Flugzeugbauer will wegen der Pandemie den Schutz der Lieferkette mittels einer neuen Abteilung stärken und sich damit auch auf die Zeit nach der Corona-Krise vorbereiten. Delta Air Lines geben um 1,4 Prozent nach. Die Fluggesellschaft verbuchte in der ersten Periode den ersten Verlust seit fünf Jahren. Allerdings verbrennt das Unternehmen aktuell weniger Geld in der Krise der Luftverkehrswirtschaft. Die Papiere von United Airlines verlieren 6,4 Prozent. Die Fluggesellschaft hat eine Kapitalerhöhung angekündigt.

Der Aktienkurs von Texas Instruments steigt um 2,3 Prozent. Der Chiphersteller hat im ersten Quartal zwar erneut einen Gewinn- und Umsatzrückgang verbucht, die Erwartungen des Marktes allerdings übertroffen. Netflix geben um 2,4 Prozent nach. Der Streamingdienst hat zwar im ersten Quartal eine Rekordzahl an neuen Kunden gewonnen und deutlich mehr verdient, jedoch beim Gewinn die Markterwartungen verfehlt.

Snap springen um 28,8 Prozent nach oben. Das Soziale-Medien-Unternehmen hat im Auftaktquartal einen Anstieg bei der Zahl der Nutzer und beim Umsatz vermeldet. Die Papiere des deutschen Biotechnologie-Unternehmens Biontech, die an der Nasdaq gelistet sind, schnellen um 13,1 Prozent empor. Zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer haben beide Gesellschaften die Genehmigung für die erste klinische Prüfung eines Covid-19-Impfstoffes in Deutschland erhalten. Pfizer klettern um 2,5 Prozent.

=== 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut  +/- % YTD 
DJIA          23.459,95   1,92   441,07     -17,80 
S&P-500        2.793,55   2,08    56,99     -13,53 
Nasdaq-Comp.   8.456,57   2,34   193,34      -5,75 
Nasdaq-100     8.610,12   2,46   207,12      -1,41 
 
US-Anleihen 
Laufzeit     Rendite  Bp zu VT  Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre         0,20      -0,4        0,20     -100,5 
5 Jahre         0,36       3,5        0,32     -156,5 
7 Jahre         0,51       3,5        0,47     -174,2 
10 Jahre        0,60       3,6        0,57     -184,0 
30 Jahre        1,21       4,7        1,16     -185,9 
 
DEVISEN              zuletzt      +/- %  Mi, 8:30  Di, 17:42   % YTD 
EUR/USD               1,0830     -0,27%    1,0862     1,0862   -3,4% 
EUR/JPY               116,74     -0,22%    116,84     116,81   -4,2% 
EUR/CHF               1,0515     -0,13%    1,0528     1,0520   -3,1% 
EUR/GBP               0,8782     -0,55%    0,8821     0,8835   +3,8% 
USD/JPY               107,80     +0,05%    107,55     107,57   -0,9% 
GBP/USD               1,2333     +0,29%    1,2313     1,2295   -6,9% 
USD/CNH (Offshore)    7,1011     -0,01%    7,0941     7,1026   +1,9% 
Bitcoin 
BTC/USD             7.113,26     +3,13%  6.902,01   6.821,51   -1,4% 
 
ROHÖL                zuletzt  VT-Settl.     +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex              14,43      11,57    +24,7%       2,86  -75,7% 
Brent/ICE              20,41      19,33     +5,6%       1,08  -68,2% 
 
METALLE              zuletzt     Vortag     +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)         1.710,62   1.687,10     +1,4%     +23,52  +12,7% 
Silber (Spot)          15,03      14,89     +1,0%      +0,14  -15,8% 
Platin (Spot)         747,15     750,35     -0,4%      -3,20  -22,6% 
Kupfer-Future           2,28       2,23     +2,4%      +0,05  -18,7% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/mgo

(END) Dow Jones Newswires

April 22, 2020 12:16 ET (16:16 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.

© 2020 Dow Jones News
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