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Zalando-CFO: Auf Kurs für Ziele trotz Klima-Investitionen - Aktie fällt

Von Ulrike Dauer

FRANKFURT (Dow Jones)--Zalando sieht sich auf Kurs für die Ziele im Gesamtjahr sowie die Mittelfristziele. Das gilt trotz der geplanten hohen Investitionen in die neue Nachhaltigkeits-Strategie, die Zalando am Mittwoch ankündigt hat, sagte CFO David Schröder am Donnerstag in der Telefonkonferenz mit Analysten.

"Wir sind zuversichtlich, unsere Ziele zu erreichen und bestätigen den Mittelfrist-Ausblick", sagte Schröder.

Am Mittag notierte die Aktie 7,2 Prozent im Minus bei 38,71 Euro und war damit der schwächste Wert im MDAX. In der Spitze war die Aktie um 9,2 Prozent gefallen, obwohl Europas größter Online-Modehändler im dritten Quartal operativ schwarze Zahlen geschrieben, unter dem Strich den Verlust reduziert, den Umsatz signifikant gesteigert und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt hatte.

Aber Investoren waren besorgt wegen möglicher Kosten, die bei Zalando wegen des neuen Ziels anfallen, ab sofort klimaneutral zu werden. Das wurde auch im Analysten-Call deutlich mit zahlreichen Fragen und Nachfragen dazu.

Zwar "sind wir überzeugt, dass die neue Sustainability-Strategie Zalandos marktführende Position weiter stärken wird, indem sie die Relevanz bei den Verbrauchern und die Attraktivität der Plattform erhöht", schrieb Analystin Sherri Malek von der Royal Bank of Canada in einer Research-Note, "dies wird jedoch mit Kosten verbunden sein."

Schröder versuchte in der Analystenkonferenz die Bedenken zu zerstreuen. Zum einen sehe Zalando in der neuen Strategie "große Chancen für das Geschäft", denn es würden "mehr und mehr Kunden Nachhaltigkeit ernst nehmen".

Zum anderen werde der Konzern bei der Einführung der neuen Strategie "sowohl die ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele im Blick haben, gleichzeitig aber auch die Ziele für Wachstum, Profitabilität und Kundenzufriedenheit", so Schröder. Das alles gehe Hand in Hand. "Wir betrachten sie als wachstumssteigernd, nicht als zusätzliche Kosten für unsere G&V."

Ziel Klimaneutralität erfordert Kauf von CO2-Zertifikaten 

Zalando hatte am Mittwoch ambitionierte Ziele und vielfältige Maßnahmen angekündigt, um den CO2-Fußabdruck im Unternehmen zu reduzieren, ab sofort klimaneutral und somit eine "nachhaltige Mode-Plattform" zu werden. Die Initiativen beziehen sich auf das eigene Geschäft, Verpackungen, Lieferungen, Retouren, die Waren im Online-Shop sowie eigene Gebäude.

Zalando sieht in der neuen Strategie einen Wettbewerbsvorteil, der sich langfristig auszahlen werde, so Co-CEO Rubin Ritter am Mittwoch. Für den langfristigen Erfolg ist Zalando auch "gewillt, kurzfristig bei Wachstum und Profitabilität Kompromisse einzugehen", sagte Ritter.

Um die Entwicklung in Richtung Klimaneutralität zu beschleunigen, wird Zalando auch CO2-Zertifikate kaufen und dabei Projekte wie Wiederaufforstungen fördern, die die selbst verursachten CO2-Emissionen kompensieren sollen. Das Unternehmen wird alle CO2-Emissionen kompensieren, die nicht durch operative Maßnahmen wie erneuerbare Energien, Auftragsbündelung oder grüne Lieferoptionen beseitigt werden.

"Carbon-Offsetting" über CO2-Zertifikate wird mit der Zeit nachlassen 

Laut CFO Schröder muss Zalando zum sofortigen Erreichen des Zieles "Klimaneutralität" anfangs zum "Carbon-Offsetting" die meisten CO2-Zertifikate kaufen, bis es nach und nach Wege gefunden habe, den eigenen CO2-Fußabdruck über die verschiedenen Stellschrauben zu reduzieren.

"Carbon-Offsetting ist nur ein kurzfristiger Hebel, langfristig arbeiten wir daran, selbst die CO2-Emissionen zu reduzieren", so Schröder. Die Gesamtzahl an CO2-Zertifikaten, die das Unternehmen kaufen müsse, "ist in einer Größenordnung, die unsere Guidance nicht wesentlich beeinflusst", sagte der CFO.

Zum einen können Kunden beim Online-Checkout ebenfalls CO2-Zertifikate kaufen. Das stoße auf großes Interesse, so dass Zalando selbst nur einen Teil der insgesamt erforderlichen CO2-Zertifikate kaufen müsse.

Zum anderen werde die Gesamtzahl auch mit der Zeit abnehmen, zum Beispiel, da man im Bereich Lieferung mit Unternehmen zusammenarbeiten werde, die selbst Nachhaltigkeitsziele zur CO2-Reduzierung haben - und dort auch noch neue Lieferpartner suchen. Zum anderen teste Zalando aktuell über einen Pilotversuch in Hamburg die letzte Meile der Lieferung über Elektrotransporter. Die Pläne werde man weiterverfolgen. Auch dies könne eine gute Lösung im kleinen Maßstab sein, so Schröder.

Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_

DJG/uxd

(END) Dow Jones Newswires

October 31, 2019 07:38 ET (11:38 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.

© 2019 Dow Jones News
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