Von Andreas Kißler
MÜNCHEN/BERLIN (Dow Jones)--Bei den Kurzarbeitern in Deutschland beträgt der Arbeitsausfall nach Berechnungen des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung im Schnitt 43 Prozent. Sie arbeiteten also nur 57 Prozent ihrer regulären Arbeitszeit. Das bedeute für die Gruppe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Arbeitsausfall von durchgerechnet 7 Prozent, weil dort 17 Prozent Kurzarbeit fahren, erklärte das Münchner Institut unter Verweis auf eigene Schätzungen für den Monat Juli, die auf Angaben aus der Ifo-Konjunkturumfrage beruhten.
"Der Arbeitsausfall durch Kurzarbeit ist beträchtlich und zeigt, dass die deutsche Wirtschaft in vielen Branchen noch weit entfernt ist von einer Rückkehr zur Normalität", betonte der Arbeitsmarktexperte des Instituts, Sebastian Link.
Im Gastgewerbe beträgt der geschätzte branchenweite Arbeitsausfall laut den Angaben sogar 25 Prozent, weil die 42 Prozent Kurzarbeiter einen hohen durchschnittlichen Ausfall von 54 Prozent haben. Überdurchschnittlich hoch ist der Arbeitsausfall demnach auch in der Industrie insgesamt mit 10 Prozent, weil die 33 Prozent Kurzarbeiter einen durchschnittlichen Ausfall von 30 Prozent haben - sehr hoch vor allem in der Metallindustrie mit 16 Prozent und in der Autoindustrie mit 14 Prozent.
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August 12, 2020 04:08 ET (08:08 GMT)
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