FRANKFURT (Dow Jones)--Angesichts der bedrückenden Folgen der Corona-Pandemie auf das Stahlgeschäft von Thyssenkrupp schließt nach Spiegel-Informationen Vorstandschefin Martina Merz in ihren Gesprächen mit internationalen Stahlunternehmen auch einen Komplettverkauf der Stahlsparte nicht mehr aus.
Interessiert an Übernahmen seien etwa der chinesische Stahlriese China Baowu Steel Group, die weltweite Nummer zwei der Branche, und der schwedische SSAB-Konzern, schreibt das Nachrichtemagazin ohne Nennung von Quellen. SSAB werden beste Beziehungen zum zweitgrößten Thyssenkrupp-Aktionär Cevian Capital nachgesagt. Als Verkaufspreis seien 2 bis 3 Milliarden Euro im Gespräch, hätten Beteiligte gesagt. Damit müsse Thyssenkrupp rund 2 Milliarden auf den höheren Buchwert abschreiben.
Ein Sprecher des Essener Konzerns, der sich Ende des Monats für rund 17 Milliarden Euro von seiner Aufzugssparte trennt, wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.
Das Stahlgeschäft von Thyssenkrupp leidet unter Überkapazitäten und Dumpingpreisen. Um im Wettbewerb weiter bestehen zu können, muss auch investiert werden. Wegen der Pandemie fallen zusätzlich wichtige Abnehmer aus. Jeden Tag, so zitiert der Spiegel Insider, verbrenne die Stahlsparte derzeit bis zu 3 Millionen Euro Cash. Ein Komplettverkauf dürfte bei der IG Metall aber auf Widerstand treffen.
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July 24, 2020 10:12 ET (14:12 GMT)
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