Von Harriet Torry
WASHINGTON (Dow Jones)--Die US-Wirtschaft hat im ersten Quartal 2020 wegen der Coronavirus-Pandemie den größten Einbruch seit der Finanzkrise 2008 erlitten. Wie das Handelsministerium im Rahmen einer ersten Veröffentlichung mitteilte, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Januar und März auf das Jahr hochgerechnet um 4,8 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten mit einem Minus von nur 3,5 Prozent gerechnet.
Der Report spiegelte die Auswirkungen für die US-Wirtschaft wider, die durch die Schließung von Unternehmen und Schulen, soziale Distanzierung und andere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verursacht wurden. Diese Reaktionen auf die Pandemie begannen in den letzten drei Wochen des ersten Quartals. Der Rückgang des BIP um 4,8 Prozent ist das größte Minus seit dem vierten Quartal 2008.
Allerdings dürfte sich das ganze Ausmaß der Misere erst im zweiten Quartal zeigen: Ökonomen befürchten dann einen annualisierten BIP-Rückgang von über 25 Prozent.
Der von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierte Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator) stieg um 1,3 Prozent und der Preisindex des BIP um ebenfalls 1,3 Prozent. Volkswirte hatten für den BIP-Deflator eine Rate von 1,0 Prozent erwartet. Der BIP-Deflator misst die Preisentwicklung anhand aller produzierten Waren und Dienstleistungen, wobei Importpreise ausgeklammert bleiben. Die Verbraucherpreise werden dagegen mittels eines repräsentativen Warenkorbs erhoben.
Mitarbeit: Andreas Plecko
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April 29, 2020 08:49 ET (12:49 GMT)
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