DJ Altmaier will Soloselbstständige "nicht im Stich lassen"
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Nach den erwarteten Beschlüssen von Bund und Ländern für weitgehende Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Krise sollen laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auch Wege für eine stärkere Unterstützung von Soloselbstständigen gefunden werden. "Wir werden heute Beschlüsse fassen, was wir tun müssen, damit die Infektionen zurückgehen, aber wir werden in den nächsten Wochen ganz intensiv auch über dieses Thema reden", sagte Altmaier im ARD-Morgenmagazin. Die Situation sei für ganz viele Menschen schwierig. "Wir werden diese Menschen nicht im Stich lassen", kündigte Altmaier an.
"Wir sind in der Pandemie in einer sehr schwierigen Lage, die Infektionszahlen explodieren", hob er mit Blick auf die um 13 Uhr geplante Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs hervor. "Das bedroht auch die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems und damit Menschenleben. deshalb muss die Politik handeln." Laut einer Vorlage, über die Medien berichteten, sollen Aufenthalte in der Öffentlichkeit auf zwei Haushalte begrenzt werden und Gastronomiebetriebe für knapp vier Wochen ebenso schließen wie Theater oder Sporteinrichtungen.
Altmaier betonte, die Kultur gehöre aber "zur Identität unseres Landes". Es gehe nicht nur um materielle Werte, sondern um die kulturellen Leistungen ganz vieler Menschen. "Die wollen wir erhalten, und deshalb wollen wir eine Pleitewelle oder eine Veränderung dieser Landschaft, die tiefgreifend ist, verhindern", sagte der CDU-Politiker.
Zwar seien Soforthilfen auch für Soloselbstständige verfügbar, ein Problem sei aber, dass diese Hilfen für Kosten vorgesehen seien. Dies helfe "weniger dem, der zuhause in seinem Kleiderschrank oder in seinem Wohnzimmerschrank die Trompete aufbewahrt hat", sagte Altmaier. Schon jetzt könnten Soloselbstständige auch Grundsicherung zu erleichterten Bedingungen beantragen. "Das schreckt aber viele ab", betonte der Wirtschaftsminister. "Deshalb reden wir über zumutbare Alternativen."
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October 28, 2020 03:48 ET (07:48 GMT)
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