Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Angesichts zunehmender Dürreperioden haben die deutschen Versicherer eine staatliche Bezuschussung der Landwirtschaftlichen Mehrgefahrenversicherung gefordert - als Hilfe für die Bauern. "Bei einer entsprechenden staatlichen Unterstützung wären die Versicherer in der Lage, auch eine erhöhte Nachfrage an Mehrgefahrenversicherungen zu bedienen", sagte das Geschäftsführungsmitglied des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. Diese Policen schließen laut dem Verband alle Wetterrisiken ein, also auch Trockenheit.
Bislang sind den Angaben zufolge erst etwa 0,02 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche in Deutschland gegen Dürre versichert. Trockenheit zähle zu den sogenannten Kumulrisiken: Sie könne mehrere Regionen gleichzeitig treffen und somit zu hohen Schäden führen, was sich auf den Preis der Policen auswirke. "Um Dürreschäden abdecken zu können, sind die Prämien und Selbstbehalte für den Versicherungsschutz entsprechend hoch und für Landwirte preislich kaum erschwinglich", betonte Asmussen.
Der GDV halte daher eine Förderung wie in anderen EU-Staaten für nötig, um Dürreabsicherungen stärker zu etablieren. Frankreich, Italien, Spanien, Polen oder die Niederlande bezuschussten die Prämien mit bis zu 70 Prozent. Laut GDV-Musterrechnungen müsste hierzulande ein Betrieb mit 50 Hektar Fläche etwa 2.000 Euro pro Jahr weniger für eine Mehrgefahrenversicherung bezahlen, wenn der Staat die Hälfte des Beitrags übernehmen würde.
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August 18, 2020 04:11 ET (08:11 GMT)
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