DJ Bafin ermittelt im Fall Grenke in alle Richtungen - Aktie fällt weiter
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Finanzaufsicht Bafin hat nach dem Bekanntwerden von Betrugsvorwürfen eines spekulativen Anlegers gegen das Leasingunternehmen Grenke umgehend reagiert und Ermittlungen in alle Richtungen eingeleitet. Eine Sprecherin bestätigte, dass zum einen untersucht werde, ob es Marktmanipulationen durch unrichtige Informationen zur Bilanzierung gegeben habe. Zum anderen werde einer möglichen Marktmanipulation in Form von Leerverkäufen nachgegangen.
Die Grenke-Aktie verliert am Mittwochvormittag weitere fast 20 Prozent, nachdem sie am Dienstag nach Bekanntwerden der Vorwürfe um knapp 19 Prozent eingebrochen war.
Damit nimmt die Behörde sowohl das Unternehmen als auch den Investor Fraser Perring ins Visier. Der hatte mit geliehenen Aktien auf einen Kurssturz der Grenke-Aktie gewettet, den ein umfangreicher Bericht seiner Researchfirma Viceroy mit Vorwürfen gegen das Unternehmen am Dienstag auch auslöste. Überdies prüft die Bafin, ob es vor dem Erscheinen des Berichts zu Insiderhandel gekommen ist. Bis ein Ergebnis vorliege, dürften einige Wochen ins Land gehen, sagte die Sprecherin.
Die Bafin habe direkt auf die in dem Bericht genannten Vorwürfe reagiert. Laut Fraser Perring soll der Leasinganbieter und Finanzdienstleister Grenke seine Bilanzen aufgebläht und überteuert von verbundenen Firmen gekauft haben. Grenke hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Der Bericht von Viceroy Research "enthält Unterstellungen, die Grenke auf das Schärfste zurückweist", heißt es in der Mitteilung des MDAX-Konzerns.
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September 16, 2020 04:23 ET (08:23 GMT)
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