DJ Koalition einigt sich auf Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag - FAZ
BERLIN (Dow Jones)--Union und SPD haben sich nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) auf eine steuerliche Entlastung für das coronabedingte Homeoffice geeinigt. Die Finanzpolitiker der Koalition haben sich demnach auf eine neue Steuerpauschale von 5 Euro je Tag verständigt, höchstens 600 Euro im Jahr. Das Bundesfinanzministerium hat die damit verbundene Entlastung der Bürger auf 1 Milliarde Euro beziffert, zunächst war es noch von 1,5 Milliarden Euro ausgegangen.
"Die Homeoffice-Pauschale ist die flexible Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer - unbürokratisch und leicht nachvollziehbar", sagte der CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm der FAZ. "Wir wollen als CSU diejenigen entlasten, die während der Pandemie von zu Hause aus Enormes geleistet haben."
Noch nicht endgültig entschieden sei dem Vernehmen nach, ob die neue Homeoffice-Pauschale neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro gewährt wird. Wenn er separat laufen würde, würden alle direkt profitieren - je nach individueller Belastung.
Wer als Single ein zu versteuerndes Einkommen von 60.000 Euro hat, zahlt auf die letzten verdienten Euro 42 Prozent Einkommensteuer plus gegebenenfalls 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer auf die Steuerschuld. In diesem Jahr kommt noch der Soli hinzu, der 2021 für die meisten Steuerzahler wegfallen wird. Bei einer Grenzbelastung von insgesamt 50 Prozent kämen in dem Fall etwa 300 Euro netto mehr heraus. Wenn die Homeoffice-Pauschale wie andere Werbungskosten der Arbeitnehmer behandelt wird, hieße das, dass nur diejenigen profitieren, die auf mehr als 1.000 Euro Werbungskosten kommen, so die FAZ.
Das Bundesfinanzministerium hält diesen Weg für geboten: "Würde die Homeoffice-Pauschale unabhängig, also zusätzlich zum Werbungskosten-Pauschbetrag gewährt, wäre dies eine übermäßige (und damit verfassungsmäßig zweifelhafte) Begünstigung", warnt es in seinem aktualisierten Konzept, wie das Homeoffice steuerlich berücksichtigt werden könnte. Es liegt der FAZ nach eigenen Angaben vor.
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November 30, 2020 03:14 ET (08:14 GMT)
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