
DJ LATE BRIEFING - Unternehmen und Märkte
Der Markt-Überblick am Abend, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
FEIERTAGSHINWEIS
MONTAG: In Dänemark ruht der Handel wegen des Feiertages zur dänischen Verfassung.
DIENSTAG: In Schweden findet wegen des Nationalfeiertages kein Handel statt. In Südkorea wird der Gefallenen im Korea-Krieg gedacht und nicht gehandelt.
AKTIENMÄRKTE (18:13 Uhr)
INDEX Stand +-% +-% YTD* EuroStoxx50 4.293,24 -0,7% +13,2% Stoxx50 3.982,36 -0,4% +9,1% DAX 15.963,89 -0,5% +14,7% FTSE 7.599,99 -0,1% +2,1% CAC 7.200,91 -1,0% +11,2% DJIA 33.700,06 -0,2% +1,7% S&P-500 4.294,83 +0,3% +11,9% Nasdaq-Comp. 13.313,58 +0,5% +27,2% Nasdaq-100 14.647,35 +0,7% +33,9% Nikkei-225 32.217,43 +2,2% +23,5% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 134,87 -58 *zu Vortag
ROHSTOFFMÄRKTE
ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 72,61 71,74 +1,2% +0,87 -9,0% Brent/ICE 77,10 76,13 +1,3% +0,97 -7,9% GAS VT-Settlem. +/- EUR Dutch TTF 29,32 23,69 +23,8% +5,63 -70,9% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.957,52 1.948,10 +0,5% +9,42 +7,3% Silber (Spot) 23,54 23,61 -0,3% -0,07 -1,8% Platin (Spot) 1.037,40 1.003,03 +3,4% +34,38 -2,9% Kupfer-Future 3,76 3,73 +0,8% +0,03 -1,6%
Die Ölpreise legen weiter zu, nachdem Saudi-Arabien auf der Konferenz der Opec+ am Wochenende mitgeteilt hat, dass man einseitig die Fördermenge um 1 Million Barrel pro Tag verringern werde. Die Tatsache, dass Saudi-Arabien bereit sei, zusätzliche Kürzungen alleine zu schultern, erhöhe die Glaubwürdigkeit der Kürzungen, sagt Helima Croft von RBC Capital Markets. "Es ist unwahrscheinlich, dass diese Maßnahmen zu drastischen Preisbewegungen führen werden", so Facundo Lucero von Schneider Electric. "Sie sind eher ein Versuch, das aktuelle Preisniveau zu halten". Die Preise für WTI und Brent steigen um jeweils 1,2 Prozent.
Der Goldpreis erholt sich von den Abgaben im Verlauf. Für die Feinunze geht es nun um 0,5 Prozent nach oben.
FINANZMARKT USA
Uneinheitlich - Hauptthema bleibt die Geldpolitik der US-Notenbank, insbesondere die Zinsentscheidung im Juni. Die Erwartung verfestigt sich weiter, dass die Federal Reserve die Zinssätze in diesem Monat nicht erhöhen wird. Dies wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 78 Prozent eingepreist. Einen positiven Akzent setzten derweil chinesische Daten, denn der Caixin-Index aus dem Service-Bereich zeigte eine gesunde Erholung. Die nach der Startglocke veröffentlichten US-Konjunkturdaten zeigten ein uneinheitliches Bild. So hat sich die Geschäftsaktivität in der US-Dienstleistungsbranche laut einer Umfrage von S&P Global im Mai lebhafter als im Vormonat gezeigt. Der Auftragseingang der US-Industrie zeigte sich im April mit einer Zunahme um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat nur halb so stark wie von den Volkswirte erwartet. Und auch die vom Institute für Supply Management (ISM) ermittelte Aktivität im Dienstleistungssektor ist im Mai deutlicher zurückgegangen als erwartet.
Am Aktienmarkt geben Finanzwerte leicht nach, nachdem das Wall Street Journal berichtet hatte, dass die Kapitalanforderungen für Großbanken um 20 Prozent erhöht werden könnten. Hintergrund ist, dass die Regulierungsbehörden den Sektor nach den Zusammenbrüchen regionaler Banken zu Beginn des Jahres zu stützen versuchen. Der Bankensektor im S&P-500 fällt um 0,4 Prozent. JP Morgan reduzieren sich um 1,4 Prozent, Goldman Sachs um 0,2 Prozent. Palo Alto Networks klettern um 5,2 Prozent, nachdem die Mitteilung über die Aufnahme der Gesellschaft für Cybersicherheit in den marktbreiten Börsenindex S&P-500 bekannt geworden ist. Die Aktien werden im Index Dish Network verdrängen, deren Kurs um 0,7 Prozent nachgibt.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
19:00 US/Apple Inc, Start der Entwicklerkonferenz mit Keynote
FINANZMÄRKTE EUROPA
Leichter - Schwächere Einkaufsmanagerindizes aus den USA drückten etwas auf die Stimmung. Ganz im Fokus der Marktteilnehmer stand die Interpretation des starken US-Arbeitsmarktberichtes vom vergangenen Freitag. Die Commerzbank nennt ihn "nicht Fisch und nicht Fleisch". Er war mit 339.000 neuen Stellen fast doppelt so stark wie erwartet ausgefallen. Der Markt habe darauf nur positiv reagiert, da der Lohndruck trotzdem nachzulassen scheine, hieß es. Auch kehrten offenbar viele Arbeitsuchende an den Arbeitsmarkt aufgrund nun attraktiver Löhne zurück. Dadurch erhöhte sich die gemeldete Arbeitslosenquote. SBB setzten die Erholungsrally zu Wochenbeginn mit kleinen Aufschlägen von 2 Prozent fort. Am Freitag gewannen die Titel mehr als 50 Prozent. Auslöser waren Medienberichte, laut denen verschiedene Investoren, darunter Brookfield Asset Management, Interesse an der dem angeschlagenen Immobilienkonzern haben sollen. Deutsche Telekom gewannen 1,6 Prozent und erholten sich damit nur ansatzweise vom Kurseinbruch vom Freitag. Die großen US-Mobilfunk-Unternehmen hatten Spekulationen über einen bevorstehenden Markteinstieg von Amazon dementiert. Deutsche Telekom hängt stark am Erfolg ihrer Tochter T-Mobile US, weswegen ihre Aktien am Freitag um über 9 Prozent abgestürzt waren. Zalando gaben um 3,8 Prozent nach. Sie sind auf die Negative Catalyst Watch List von JP Morgan gesetzt worden. Die Analysten gehen von negativen Überraschungen bei den nächsten Geschäftszahlen aus. Auch die Schweizer Banken standen wieder im Blick. So plant die Credit Suisse das Delisting ihrer Aktien zum 13. Juni wegen der laufenden Übernahme. Die UBS wird daher die Vorlage ihrer Geschäftszahlen zum zweiten Quartal verschieben. Grund sei die Komplexität der Übernahme. Die UBS-Aktionäre sehen dahinter kein Problem und ließen die Aktien 0,3 Prozent steigen. Bei Encavis ging es 0,9 Prozent höher. Hier hat die Hauptversammlung zwar erstmals nach elf Jahren beschlossen, die Dividende zu streichen. Jedoch unterstützten das 99 Prozent der Aktionäre, teilte der Wind- und Solarpark-Betreiber mit. Damit soll weiteres Wachstum finanziert werden.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 7:40 Uhr Fr, 17:30 Uhr % YTD EUR/USD 1,0715 +0,1% 1,0698 1,0730 +0,1% EUR/JPY 149,67 -0,1% 149,81 149,87 +6,6% EUR/CHF 0,9709 -0,2% 0,9739 0,9732 -1,9% EUR/GBP 0,8619 +0,2% 0,8604 0,8600 -2,6% USD/JPY 139,69 -0,2% 140,01 139,69 +6,5% GBP/USD 1,2432 -0,1% 1,2434 1,2476 +2,8% USD/CNH (Offshore) 7,1166 +0,2% 7,1212 7,0963 +2,7% Bitcoin BTC/USD 26.396,88 -3,0% 26.821,94 27.008,45 +59,0%
Am Devisenmarkt legt der Dollar leicht zu. Der Dollar-Index steigt um 0,1 Prozent. Hier wirkt noch der starke Arbeitsmarktbericht nach, der dem Dollar kräftigen Auftrieb verliehen hatte. Die Devisen-Analysten von Morgan Stanley (MS) sehen den Greenback weiter steigen, da die Sorgen um das Wirtschaftswachstum die Nachfrage nach sicheren Anlagen aufrechterhalten. Den Euro sieht MS am Jahresende bei 1,02 Dollar - aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,0716 Dollar.
FINANZMÄRKTE OSTASIEN
Fester - Händler verwiesen auf den an der Wall Street positiv aufgenommenen US-Arbeitsmarktbericht. Dieser habe einerseits Konjunkturoptimismus geschürt, gleichzeitig die Tür für eine Zinserhöhungspause durch die US-Notenbank nicht geschlossen. Konjunkturoptimismus wurde auch befeuert durch einen gestiegenen Caixin-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in China im Mai, der deutlicher in den Wachstum anzeigenden Bereich vorgerückt war. Die chinesischen Festlands-Börsen hinkten derweil der Entwicklung hinterher. Im Handel verwies man auf die schwachen Erwartungen der chinesischen Dienstleister sowie auf die Spannungen zwischen den USA und China im Ringen um Einfluss im asiatisch-pazifischen Raum. In Hongkong stieg der HSI um 0,8 Prozent, der Schanghai-Composite schaffte nur ein mageres Plus von 0,1 Prozent. Im Ölsektor gewannen SMIC 4,8 und PetroChina 0,9 Prozent, nachdem Saudi-Arabien eine einseitige Förderkürzung bekannt gegeben hatte. Der japanische Nikkei-225 zog dagegen um 2,2 Prozent an und schloss erstmals seit Juli 1990 oberhalb der Marke von 32.000 Punkten. Auch hier waren unter anderem Ölwerte gesucht, Inpex zogen um 2,8 und Eneos Holdings um 2,1 Prozent an. Der Kospi in Südkorea zeigte sich mit Aufschlägen von 0,5 Prozent, und der australische Leitindex S&P/ASX-200 stieg um 1,0 Prozent. In Australien wurde der negative Trend am Arbeitsmarkt gestoppt, im Mai wurden wieder mehr Stellen geschaffen.
UNTERNEHMENSMELDUNGEN SEIT 13.30 UHR
DEUTSCHE BAHN
Mehr Geld, kürzere Arbeitswochen für Beschäftigte im Schichtdienst, steuerfreie Inflationszahlungen: Mit diesen Kernforderungen geht die Lokführergewerkschaft GDL in die anstehende Tarifrunde. "Es bedarf schnellstmöglich einer deutlichen Verbesserung der materiellen und immateriellen Arbeits- und Lebensbedingungen der Eisenbahner", erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Montag bei der Vorstellung der Pläne für die Tarifverhandlungen. Es gehe darum, dadurch "endlich für ausreichend Fachkräfte" im Eisenbahnsystem zu sorgen. Die GDL verkündete zudem die Gründung einer Genossenschaft zur Entsendung von Arbeitskräften.
IATA
Die internationale Luftfahrtindustrie rechnet in diesem Jahr wieder mit Passagierzahlen nahe dem Vorkrisenniveau. Nach Einschätzung des internationalen Luftfahrtverbands Iata dürften die Airlines 2023 weltweit rund 4,35 Milliarden Passagiere befördern - und damit fast so viele wie im Rekordjahr 2019 vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Damals lag die Zahl bei 4,54 Milliarden Fluggästen. Der Verband erwartet auch deutlich mehr Gewinn dieses Jahr.
SPOTIFY
baut sein Podcast-Geschäft um. Wie der Streaminganbieter mitteilte, will er sich in diesem Zusammenhang von 200 Mitarbeitern oder rund 2 Prozent der Belegschaft trennen.
UNITEDHEALTH
will den Gesundheitsdienstleister Amedisys für 3,26 Milliarden US-Dollar übernehmen. Amedisys hat von der Unitedhealth-Tochter Optum ein unaufgefordertes Übernahmeangebot über 100 Dollar je Aktie in bar erhalten. Dies entspricht einem Aufschlag von fast 26 Prozent auf den Schlusskurs des Unternehmens aus Baton Rouge, Louisiana, am Freitag in Höhe von 79,47 Dollar. Unitedhealth bestätigte die Offerte, die die im Mai vereinbarte Übernahme von Amedisys durch den Konkurrenten Option Care Health gefährdet.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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June 05, 2023 12:13 ET (16:13 GMT)
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