Wird es 2025 einen Boom oder einen Crash geben - Anleger stehen vor einer scheinbar unlösbaren Frage, denn die Meinungen von Experten könnten kaum unterschiedlicher sein. Kapitalmarktstratege und Portfolio-Manager Stefan Schrader gibt im wO-Interview Einblicke in die entscheidenden Faktoren und erklärt, warum ein langfristiger Anlagehorizont wichtiger ist als je zuvor. Seine Analyse: Kurzfristige Marktbewegungen werden oft überbewertet. Anleger, die auf kurzfristige Trends reagieren, laufen Gefahr, ihre langfristigen Ziele - wie die Altersvorsorge - zu gefährden. Besonders kleine und mittelgroße Unternehmen bieten laut Schrader großes Potenzial: "Über einen Zeitraum von zehn Jahren haben Small- und Mid-Caps historisch betrachtet kaum Verluste gemacht, während selbst große Unternehmen Verluste zeigen können." Doch Schrader warnt auch: Nicht jedes Unternehmen ist profitabel. Genau hier liegt die Chance für aktive Investoren, die sich auf solide, wachstumsstarke Firmen konzentrieren. Auch Dividendenstrategien haben laut Schrader an Attraktivität gewonnen - eine Facette, die viele Anleger zuletzt übersehen haben.
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.
Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.
Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.
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