DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Die Gespräche zwischen den USA und Regierungsvertretern des Iran sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Es sei keine Einigung erzielt worden, sagte US-Vizepräsident JD Vance. Ein entscheidender Faktor für das Scheitern der Gespräche sei die Weigerung des Irans gewesen, sich dazu zu verpflichten, auch in Zukunft keine Atomwaffen anzustreben. Vance gab an, dass er die Gespräche verlassen werde, nannte jedoch keine Einzelheiten zu den nächsten Schritten. "Unangemessene Forderungen" der USA sind laut staatlichem iranischen Rundfunk für das Scheitern der Gespräche verantwortlich gewesen. Der Iran hat nach eigenen Angaben keine Pläne für weitere Atomgespräche mit den USA. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte jedoch, die Diplomatie werde fortgesetzt. Die US-Marine wird nach Angaben von US-Präsident Trump damit beginnen, "alle Schiffe zu blockieren, die versuchen, in die Straße von Hormus einzufahren oder sie zu verlassen". Gegenüber Fox News sagte er, die Seeblockade werde "ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, aber schon bald effektiv sein". Die Blockade des gesamten Schiffsverkehrs, der iranische Häfen in der Straße von Hormus anläuft oder verlässt, beginnt am Montag um 16:00 Uhr MESZ. Das bestätigte das US Central Command , das die US-Streitkräfte im Nahen Osten führt. Die Blockade werde "unparteiisch gegen Schiffe aller Nationen durchgeführt, die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder verlassen", hieß es in einer Erklärung. Das Central Command werde Schiffe, die Häfen außerhalb des Irans ansteuern oder von dort kommen, nicht behindern. Diese Maßnahme ist begrenzter als das, was US-Präsident Trump zuvor am Sonntag beschrieben hatte. Zusätzlich zur US-Blockade der Straße von Hormus erwägen Trump und seine Berater laut Beamten und mit der Situation vertrauten Personen die Wiederaufnahme begrenzter Militärschläge im Iran, um eine Pattsituation bei den Gesprächen zu überwinden. Trump könne auch eine umfassende Kampagne wieder aufnehmen, wobei Beamte dies für weniger wahrscheinlich hielten. Er könne zudem eine eher vorübergehende Blockade anstreben, während er Verbündete unter Druck setzt, künftig die Verantwortung für eine langfristige militärische Eskortmission durch die Meerenge zu übernehmen.
++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
11:00 DE/Volkswagen AG (VW), Absatzzahlen 1Q
13:30 US/Goldman Sachs Group Inc, Ergebnis 1Q
17:00 DE/Mercedes-Benz Group AG, Pre-Close-Call 1Q
17:30 DE/Porsche AG, Pre-Close-Call 1Q
17:50 FR/LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton SA, Ergebnis 1Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
16:00 NAR, Verkauf bestehender Häuser März
PROGNOSE: -1,0% gg Vm
zuvor: +1,7% gg Vm
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 23.669,00 -1,5 E-Mini-Future S&P-500 6.808,00 -0,7 E-Mini-Future Nasdaq-100 25.082,75 -0,8 Topix (Tokio) 3.720,04 -0,5 Hang-Seng (Hongk.) 25.565,99 -1,3 Shanghai-Comp. 3.978,19 -0,2 Freitag: INDEX zuletzt +/- % DAX 23.803,95 0,0 XDAX 23.777,78 -0,1 Dow-Jones 47.916,57 -0,6 S&P-500 6.816,89 -0,1 Nasdaq Composite 22.902,89 +0,4
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Mit kräftigen Verlusten erwarten Händler am Montag den Start in die neue Handelswoche. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende sind ohne Ergebnis beendet worden. Die US-Marine wird nach Angaben von US-Präsident Donald Trump am Montag damit beginnen, "alle Schiffe zu blockieren, die versuchen, in die Straße von Hormus einzufahren oder sie zu verlassen". Getroffen davon werden vor allem ölabhängige Kunden in Asien. Deutschland bekommt rund 6 Prozent seines Bedarfs über diesen Weg. Für die Börsen bedeutet das Unsicherheit und Unkalkulierbarkeit - beides sehr unerwünschte Faktoren. Am Montag beginnt die Berichtssaison für das erste Quartal, mit Ergebnissen in dieser Woche von Goldman Sachs, BlackRock und JP Morgan. Interessant dürften vor allem deren Ausblicke werden.
Rückblick: Etwas fester - Die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise setzten keinen Impuls - sie fielen im Rahmen der Erwartungen aus. Der Inflationsdruck in den USA hat im März wie erwartet deutlich zugenommen. Insgesamt herrschte bei den Investoren erhöhte Zurückhaltung im Vorfeld der am Wochenende beginnenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Die am Mittwoch vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe hielt derweil. Verluste verzeichneten Rüstungswerte. Marktteilnehmer verwiesen auf Äußerungen eines ranghohen ukrainischen Beamten, der Hoffnungen weckte, dass der Krieg mit Russland einer Lösung näherkommen könnte, wie Bloomberg News berichtete. Leonardo, Rheinmetall, Hensoldt und Kongsberg reduzierten sich um bis zu 5,9 Prozent. Im Gegenzug stiegen Baustoffwerte wie Buzzi, Holcim und Heidelberg Materials zwischen 3,0 und 5,7 Prozent, weil die Teilnehmer darauf setzten, dass Fortschritte in Richtung Frieden in der Ukraine den Wiederaufbau und die Nachfrage nach Infrastruktur in der Region unterstützen könnten. Der Technologie-Sektor war mit einem Plus von 1,2 Prozent größter Gewinner. Teilnehmer begründeten dies mit starken Zahlen von Taiwan Semiconductor (TSMC). Sodexo knickten um 10,6 Prozent ein, nachdem der Konzern den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gesenkt hat.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Kaum verändert - Der DAX gab zwischenzeitliche leichte Gewinne wieder ab. Die Aktien von Daimler Truck schlossen nach enttäuschenden Absatzzahlen 0,6 Prozent niedriger. Airbus fielen um 0,8 Prozent. Die Analysten der Deutschen Bank bezeichneten die Auslieferungen im März als "enttäuschend". Mit den Aktien des Triebwerksherstellers MTU ging es als Airbus-Zulieferer um 0,9 Prozent nach unten. Hier hatte die UBS das Kursziel deutlich gesenkt. Gesucht waren die Aktien der Lufthansa (+1,0%). Lufthansa City Airlines und die Gewerkschaft Verdi haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf eine Ersttarifierung für das fliegende Personal geeinigt.
XETRA-NACHBÖRSE
Ein Händler von Lang & Schwarz hat das Geschäft mit deutschen Aktien am Freitagabend als "ziemlich ruhig" beschrieben. Dies habe auch daran gelegen, dass nach Xetra-Schluss keine Nachrichten zu Einzelunternehmen aufgeschlagen seien. Anleger hätten die Trends aus den USA ein wenig gespielt. Dort zeigten sich Halbleiterwerte mit KI-Fantasie erneut sehr fest. Elmos Semiconductor wurden weitere 2 Prozent fester getaxt.
USA - AKTIEN
Uneinheitlich - Der Optimismus an den US-Börsen hinsichtlich der am Wochenende beginnenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat leichte Risse bekommen. Letztlich hänge alles an der Wiederaufnahme des freien Schiffsverkehrs durch die Seestraße von Hormus, hieß es. Auch US-Präsident Donald Trump räumte ein, dass der Iran mit Blick auf internationale Wasserstraßen noch "Trümpfe" halte. Wenig Impulse setzten die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise, denn sie fielen im Rahmen der Erwartungen aus. Die Kernverbraucherpreise stiegen sogar einen Tick schwächer als veranschlagt. Das Zinsdilemma der Fed wurde durch die Stimmung der US-Verbraucher offengelegt, denn die fiel im April auf Rekordtief. Damit bewegte sich die Fed im Stagflationsumfeld mit hoher Inflation und schwachen Konjunkturdaten. Am Aktienmarkt hielt sich die KI-Begeisterung der vergangenen Tage. Der Halbleiterindex SOX stieg um 2,3 Prozent auf Rekordstände - befeuert von guten Geschäftszahlen von TSMC aus Taiwan. Softwarewerte wurden dagegen erneut von KI-Verdrängungsbedenken belastet. Salesforce stürzten als Dow-Schlusslicht um 3,5 Prozent ab, Microsoft büßten um 0,6 Prozent ein - Snowflake, Cloudflare, ServiceNow, Atlassian, Palantir Technologies, Workday und Datadog gaben um bis zu 13,5 Prozent nach.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,83 +0,03 3,85 3,83 5 Jahre 3,97 +0,04 3,99 3,97 10 Jahre 4,35 +0,03 4,36 4,35
Die zehnjährige Rendite stieg um 3 Basispunkte auf 4,35 Prozent. Solange die Straße von Hormus nicht komplett offen sei, blieben Inflations- und in der Folge Zinsängste wegen hoher Rohölpreise bestehen, hieß es. So hatten die Inflationserwartungen der US-Verbraucher zugelegt.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:37 Uhr EUR/USD 1,1686 -0,3 -0,0033 1,1719 1,1717 EUR/JPY 186,66 -0,0 -0,0600 186,7200 186,6600 EUR/CHF 0,9254 +0,0 0,0004 0,9250 0,9251 EUR/GBP 0,8716 +0,1 0,0008 0,8708 0,8707 USD/JPY 159,72 +0,3 0,4300 159,2900 159,3100 GBP/USD 1,3404 -0,4 -0,0054 1,3458 1,3454 USD/CNY 6,8326 +0,1 0,0048 6,8278 6,8278 USD/CNH 6,8305 +0,1 0,0052 6,8253 6,8268 AUS/USD 0,7039 -0,3 -0,0021 0,7060 0,7069 Bitcoin/USD 70.867,09 -0,7 -490,36 71.357,45 72.753,16
Der Dollar wertete weiter ab - nur bedingt belastet von der etwas niedriger als prognostiziert ausgefallen US-Kerninflation. Denn in den USA gebe es keinen breit angelegten Inflationstrend. Anders als beim Preisschock 2022 hätten Verbraucher nicht das Finanzpolster wie aus der Pandemiezeit, um ihre Ausgaben aufrechtzuerhalten, gab Analyst Stephen Coltman von 21shares zu bedenken. Der Dollarindex fiel um 0,2 Prozent.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.717,79 -0,6 -29,70 4.747,49 Silber 74,33 -2,0 -1,55 75,88 Platin 2.040,00 -0,3 -5,15 2.045,15
Der Goldpreis bewegte sich nach den jüngsten Aufschlägen kaum noch, zeigte sich mit 0,1 Prozent knapp im Minus. Die Sorge wuchs, dass anhaltende Spannungen im Nahen Osten einige Zentralbanken dazu veranlassen könnten, Gold zu verkaufen, um Liquidität und Währungsvolatilität zu steuern, erläuterten die ANZ-Analysten.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 104,72 +8,4 8,15 96,57 Brent/ICE 102,15 +7,3 6,95 95,20
Ein Fass der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 94,32 Dollar. "Am Markt herrscht große Vorsicht, weil es so viel Unsicherheit gibt", relativierte Energie-Expertin Andrejka Bernatova von der auf Energie spezialisierten Zweckgesellschaft Dynamix Corporation III die Preisabschläge. Die große Frage für den Markt sei, ob die Straße von Hormus wieder geöffnet werde. Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen den USA und dem Iran machen die Ölpreise im asiatischen Handel einen Sprung nach oben. Brent klettert wieder deutlicher über die Marke von 100 Dollar je Barrel.
MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR
WAHL UNGARN
Ministerpräsident Viktor Orbán hat bei der Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag eine erdrutschartige Niederlage erlitten. Damit endet die 16-jährige Regierungszeit des Politikers, der zu einer Symbolfigur für rechtspopulistische Staatsführer weltweit geworden war. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen liegt die Oppositionspartei von Peter Magyar mit 53,6 Prozent vorn, verglichen mit 37,8 Prozent für Orbáns Fidesz-Partei.
LUFTHANSA
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ihre Mitglieder bei der Deutschen Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Lufthansa Cityline für Montag und Dienstag zum Streik aufgerufen. Die Piloten bei Eurowings sind für Montag zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Der Streik bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline beginnt am 13. April 2026 um 00:01 Uhr und endet am 14. April 2026 um 23:59 Uhr Ortszeit. Ausgenommen sind Flüge der Lufthansa und der Cityline aus Deutschland in den Nahen Osten. Betroffen sind alle Flüge, die von deutschen Flughäfen starten.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/flf/ros
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April 13, 2026 01:33 ET (05:33 GMT)
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