DJ MÄRKTE USA/Öffnung der Straße von Hormus befeuert die Kurse zum Wochenausklang
DOW JONES--Die US-Börsen haben sich dank der Anzeichen einer deutlichen Entspannung im Nahen Osten am letzten Handelstag der Woche mit satten Kursgewinnen verabschiedet. Befeuert wurde die Kauflaune von der Nachricht, dass der Iran Handelsschiffen wegen der Waffenruhe im Libanon vorübergehend die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlaubt. Die Ölpreise sackten daraufhin deutlich ab, was auch die Inflationssorgen etwas linderte. Die Kombination aus sinkenden Ölpreisen und nachlassendem Inflationsdruck ließ die Anleger zudem wieder verstärkt auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed hoffen.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor seine Erwartung bekräftigt, dass der Konflikt mit dem Iran bald enden werde. Teheran habe eingewilligt, sein hoch angereichertes Uran zu übergeben. Wenn dies zuträfe, wäre ein wesentlicher Streitpunkt zwischen den beiden Kriegsparteien beigelegt, erklärte ein Händler. Auch scheint der Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon bislang zu halten.
Zudem verlief die US-Berichtssaison nach Einschätzung von Marktteilnehmern trotz einzelner Ausreißer, wie etwa Netflix, insgesamt sehr solide, was das Vertrauen in die US-Wirtschaft stärkte und so für Kauflaune sorgte. "Da der Konflikt zwischen den USA und dem Iran für den Markt nun in den Hintergrund gerückt ist, steht es den Anlegern wieder frei, den Fokus stärker auf die Fundamentaldaten und die beginnende Berichtssaison zu legen", sagte Christopher Harvey, Aktien- und Portfoliostrate bei CIBC.
Der Dow-Jones-Index gewann 2 Prozent auf 49.513, der S&P-500 sah ein Plus von 1,2 Prozent und der Nasdaq-Composite stieg um 1,5 Prozent. Den 2.157 (Freitag: 1.363) Kursgewinnern an der Nyse standen 607 (1.351) verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 45 (96) Titel.
Der Dollar, der als Fluchtwährung in Krisenzeiten gilt, war in der aktuellen Gemengelage nicht gefragt. Der Dollarindex gab 0,1 Prozent nach. Der Euro zog auf rund 1,18 Dollar an. Am Anleihemarkt kamen die Renditen deutlicher zurück, im Zehnjahresbereich um 7 Basispunkte auf 4,23 Prozent. Mit den Ölpreisen schwänden neben den Inflationserwartungen auch die Erwartungen an Zinserhöhungen der US-Notenbank, hieß es.
Der Preis für die Sorte Brent fiel infolge der Nachricht über die Öffnung der Straße von Hormus um über 11 bis 15 Prozent und notierte zur Schlussglocke an der Wall Street bei nun bei 87,89 US-Dollar je Barrel. Anleger, die zuvor wegen drohender Versorgungsengpässe auf steigende Preise gesetzt hätten, haben ihre Investitionen nach der Entspannungsmeldung schlagartig zurückgezogen, erklärte ein Beobachter. Der Goldpreis zog um 1,6 Prozent auf 4.864 Dollar je Feinunze an, gestützt von den nachgebenden Marktzinsen und dem etwas schwächeren Dollar.
Wichtige Konjunkturdaten wurden am Freitag nicht veröffentlicht. Unternehmensseitig hatte Netflix bei der Vorlage von Geschäftszahlen einen Ausblick auf das laufende zweite Quartal vorgelegt, der an der Börse mit Enttäuschung aufgenommen wurde. Auch der geplante Rücktritt des Unternehmensmitgründers Reed Hastings sei nicht gut angekommen, sagten Marktteilnehmer. Die Aktie sackte um 9,7 Prozent ab.
Der Kurs von Alcoa stürzte um 6,8 Prozent ab. Der Aluminiumkonzern hatte im ersten Quartal trotz höherer Aluminiumpreise einen Umsatzrückgang verbucht und die Erwartungen des Markts verfehlt. Ursächlich war der Krieg im Iran, der zu Lieferunterbrechungen führte, so dass Aufträge von Kunden nicht bedient werden konnten.
Aktien des Energiesektors werden im Sog des sinkenden Ölpreises abverkauft. Chevron verloren 2,2 Prozent, Exxon Mobil fielen um 3,7 Prozent und Occidental Petroleum verbilligen sich um 5,4 Prozent. Nutznießer der fallenden Ölpreise sind die Aktien von Fluggesellschaften und Touristikunternehmen. American Airlines und United Airlines gewannen 4,1 und 7,1 Prozent. Der Kurs der Kreuzfahrtreederei Carnival rückte um 6,9 Prozent vor.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 49.531,01 +2,0 +952,29 48.578,72 S&P-500 7.124,98 +1,2 +83,70 7.041,28 NASDAQ Comp 24.458,93 +1,5 +356,23 24.102,70 NASDAQ 100 26.658,58 +1,2 +325,58 26.333,00 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,70 -0,08 3,78 3,69 5 Jahre 3,83 -0,08 3,93 3,82 10 Jahre 4,24 -0,07 4,32 4,23 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag EUR/USD 1,1807 +0,2 0,0026 1,1781 EUR/JPY 186,47 -0,5 -1,0100 187,48 EUR/CHF 0,92 -0,3 -0,0030 0,9230 EUR/GBP 0,8704 -0,1 -0,0004 0,8708 USD/JPY 157,93 -0,8 -1,2500 159,18 GBP/USD 1,3561 +0,3 0,0037 1,3524 USD/CNY 6,8169 -0,1 -0,0039 6,8208 USD/CNH 6,8159 -0,1 -0,0051 6,8210 AUS/USD 0,7187 +0,4 0,0027 0,716 Bitcoin/USD 77.956,03 +3,6 2.719,61 75.236,42 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 82,82 -12,5 -11,87 94,69 Brent/ICE 87,89 -11,6 -11,50 99,39 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.864,50 +1,6 76,72 4.787,78 Silber 82,33 +5,0 3,93 78,41 Platin 2.118,75 +1,6 32,84 2.085,91
Kontakt: maerkte.de@dowjones.com
DJG/cbr
(END) Dow Jones Newswires
April 17, 2026 16:25 ET (20:25 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
