DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Laut US-Präsident Donald Trump hat das US-Militär ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman beschlagnahmt. Der Iran droht daraufhin nach einem Bericht der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA, den von Präsident Donald Trump angekündigten Gesprächen mit den USA fernzubleiben. Das iranische Militär hat die Straße von Hormus wieder für geschlossen erklärt und begründete dies mit der Weigerung der USA, ihre Seeblockade aufzuheben. US-Präsident Trump reagierte mit scharfen Worten, erklärte jedoch auch, er sei weiterhin optimistisch, was ein Friedensabkommen angeht. Die iranische Marine hatte zwei Handelsschiffe angegriffen - einen Tanker und ein Containerschiff, wie eine britische Schifffahrtsorganisation berichtete.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
17:45 DE/Siemens AG, Pk zur Hannover-Messe
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Compugroup Medical 0,50 EUR Nestle 3,10 CHF Unicredit 1,72 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
- DE
08:00 Erzeugerpreise März
PROGNOSE: +1,4% gg Vm/-1,2% gg Vj
zuvor: -0,5% gg Vm/-3,3% gg Vj
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 24.492,00 -1,5 E-Mini-Future S&P-500 7.110,25 -0,7 E-Mini-Future Nasdaq-100 26.617,75 -0,8 Topix (Tokio) 3.777,86 +0,5 Hang-Seng (Hongk.) 26.289,35 +0,5 Shanghai-Comp. 4.075,50 +0,6 Freitag: ·INDEX zuletzt +/- % ·DAX 24.691,20 +2,2 ·DAX-Future 24.862,00 +2,2 ·XDAX 24.133,60 -2,3 ·MDAX 31.935,71 +3,2 ·TecDAX 3.760,44 +2,9 ·SDAX 18.267,45 +1,6 ·Euro-Stoxx-50 6.052,37 +2,0 ·Stoxx-50 5.170,59 +1,5 ·Dow-Jones 49.531,01 +2,0 ·S&P-500 7.124,98 +1,2 ·Nasdaq Composite 24.458,93 +1,5
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Nach der Hausse ist zum Start in die Woche wieder Trübsal angesagt. Während zum Wochenschluss noch die Öffnung der Straße von Hormus bei Investoren für "risk on" gesorgt hatte, beschert nun die erneute Schließung "risk off". Nun bleibt erst einmal abzuwarten, wo der Rücksetzer wieder Käufer an den Markt lockt, denn "Buy the dip" stellte sich jüngst einmal mehr als eine ertragreiche Strategie heraus. Seismograph für die Entwicklung im Nahen Osten ist weiterhin der Ölpreis, am Terminmarkt schießt dieser nach oben. Am Wochenende hat der Iran die Straße von Hormus wieder für geschlossen erklärt. Unsicher ist auch, ob die für diese Woche geplanten Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA weitergeführt werden.
Rückblick: Sehr fest - Die Entspannungssignale im Irankrieg und die Öffnung der Straße von Hormus beflügten die Börsen, zumal die Ölpreise und mit ihnen die Marktzinsen kräftig zurückfielen. Gegen den Trend gaben Energietitel mit dem Ölpreisabsturz europaweit um 3,8 Prozent nach. BP büßten 7,4 Prozent ein, Shell um 5,6 Prozent und Totalenergies um 5,3 Prozent. Luftfahrtaktien gehörten dagegen zu den großen Profiteuren des Ölpreisrückgangs. Die Branche hatte besonders hart unter den abzeichnenden Lieferschwierigkeiten von Kerosin gelitten. Lufthansa stiegen um 6,9 Prozent, Air France-KLM um 7,4 Prozent und IAG um 6,2 Prozent. Für die Tui-Aktie ging es um 5,2 Prozent nach oben. Alstom brachen um 27,2 Prozent ein. Die Franzosen hatten einen enttäuschenden Ausblick abgeliefert. Die Ergebnisse von Ericsson (-4,1%) lagen auf breiter Front weitgehend im Rahmen der Erwartungen, wie Jefferies-Analyst Janardan Menon urteilte. Der Umsatz liege aber 2 Prozent unter der Prognose der Bank.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Sehr fest - Für die zinssensible Vonovia-Aktie ging es mit gesunkenen Marktzinsen 3,4 Prozent nach oben, das Infineon-Papier war mit plus 6,3 Prozent Tagesgewinner im DAX. Die defensiven Versorgeraktien wurden dagegen verkauft: RWE gaben 3,8 Prozent nach und Eon 2,1 Prozent. Auch um Chemiewerte machten die Anleger einen Bogen: BASF gaben um 1,2 Prozent nach und Brenntag um 1,8 Prozent. Am Berichtstag schüttete Mercedes-Benz eine Dividende in Höhe von 3,50 Euro je Aktie aus. Für die Aktie von Delivery Hero ging es um 5,2 Prozent nach oben. Großaktionär Prosus hatte seinen Anteil um 4,5 Prozent reduziert und diesen an den US-Technologiekonzern Uber verkauft. Damit erfüllt Prosus einen Teil der Zusagen gegenüber der EU im Zuge des Erwerbs von Just Eat Takeaway. Drägerwerk schlossen nach guten Zahlen zum ersten Quartal 3,2 Prozent fester.
XETRA-NACHBÖRSE
Wacker Chemie rechnet für das erste Quartal vor allem wegen vorgezogener Kundenbestellungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten mit einem besseren operativen Ergebnis und Umsatz als erwartet. Zudem nimmt der Konzern seine Umsatzerwartung für das Gesamtjahr hoch. Auf Tradegate klettert die Aktie um 2,9 Prozent.
USA - AKTIEN
Fest - Die US-Börsen haben sich dank der Anzeichen einer deutlichen Entspannung im Nahen Osten mit satten Kursgewinnen verabschiedet. Befeuert wurde die Kauflaune von der Nachricht, dass der Iran Handelsschiffen wegen der Waffenruhe im Libanon vorübergehend die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlaube. Die Ölpreise sackten daraufhin deutlich ab, was auch die Inflationssorgen etwas linderte. Die Kombination aus gesunkenen Ölpreisen und Inflationsdruck ließ Anleger zudem wieder verstärkt auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed hoffen.
USA - ANLEIHEN
Die Renditen kamen deutlicher zurück, im Zehnjahresbereich um 7 Basispunkte auf 4,23 Prozent. Mit den Ölpreisen schwänden neben den Inflationserwartungen auch die Erwartungen an Zinserhöhungen der US-Notenbank, hieß es.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:20 Uhr EUR/USD 1,1758 -0,0 -0,0004 1,1762 1,1807 EUR/JPY 186,86 +0,2 0,3100 186,5500 186,4700 EUR/CHF 0,9199 +0,0 0,0004 0,9195 0,9200 EUR/GBP 0,8705 +0,1 0,0004 0,8701 0,8704 USD/JPY 158,89 +0,2 0,2800 158,6100 157,9300 GBP/USD 1,3501 -0,1 -0,0013 1,3514 1,3561 USD/CNY 6,8189 +0,0 0,0020 6,8169 6,8169 USD/CNH 6,8183 +0,1 0,0048 6,8135 6,8159 AUS/USD 0,7155 -0,2 -0,0011 0,7166 0,7187 Bitcoin/USD 74.548,56 -0,2 -112,69 74.661,25 77.956,03
Der Dollar, der als Fluchtwährung in Krisenzeiten gilt, war in der aktuellen Gemengelage nicht gefragt. Der Dollarindex gab 0,1 Prozent nach. Der Euro zog auf rund 1,18 Dollar an.
Mit den erneuten Eskalationen im Nahen Osten zieht der Dollar am Morgen wieder an - der Dollarindex gewinnt 0,2 Prozent. "Energierisiken bleiben bestehen, die Inflationsrisiken bleiben nach oben gerichtet, und eine geopolitische Gratwanderung könnte die Stärke des US-Dollar wiederbeleben, obwohl eine letztendliche Einigung das wahrscheinlichste Ergebnis bleibt", urteilen die Devisenstrategen der OCBC Group.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.790,84 -0,8 -37,46 4.828,30 Silber 79,84 -1,2 -0,95 80,79 Platin 2.088,15 -0,7 -15,13 2.103,28
Der Goldpreis zog um 1,6 Prozent auf 4.864 Dollar je Feinunze an, gestützt von den nachgebenden Marktzinsen und dem etwas schwächeren Dollar.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 88,77 +5,9 4,92 83,85 Brent/ICE 95,37 +5,5 4,99 90,38
Der Preis für die Sorte Brent fiel infolge der Nachricht über die Öffnung der Straße von Hormus rund 15 Prozent und notierte zur Schlussglocke an der Wall Street bei 87,89 US-Dollar je Barrel. Anleger, die zuvor wegen drohender Versorgungsengpässe auf steigende Preise gesetzt hätten, hätten ihre Investitionen nach der Entspannungsmeldung schlagartig zurückgezogen, erklärte ein Beobachter.
Am Morgen ziehen die Ölpreise mit den erneuten Spannungen im Nahen Osten wieder deutlich an.
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
ÖLMARKT
Die USA verlängern das Moratorium für ein Verbot des Kaufs von russischem Öl um einen weiteren Monat. Zuvor hatte Washington angekündigt, diese Ausnahmegenehmigung nicht zu verlängern.
GELDPOLITIK USA
Fed-Gouverneur Christopher Waller hat im vergangenen Jahr häufig für eine Senkung der Zinsen plädiert. Am Freitag sagte er jedoch, es sei inzwischen schwieriger geworden, dafür einzutreten.
GELDPOLITIK CHINA
China hat seine wichtigsten Kreditzinssätze unverändert gelassen. Das unerwartet gute Wirtschaftswachstum im ersten Quartal hat dem Land ausreichend Spielraum verschafft, auf eine aggressive Lockerung zu verzichten. Der einjährige Loan Prime Rate blieb laut Angaben der chinesischen Zentralbank vom Montag bei 3,0 Prozent, der fünfjährige Satz bei 3,5 Prozent. Beide Zinssätze verharren seit Mai letzten Jahres auf diesem Niveau. Die Märkte hatten für diesen Monat weitgehend damit gerechnet, dass die Zinssätze unverändert bleiben würden.
BONITÄT UKRAINE
Scope stuft Ukraine auf CCC (SD) hoch - Ausblick stabil
BAYER
Für die Rechtsstreitigkeiten in den USA im Zuge der Monsanto-Übernahme hat der Konzern bisher 24 Milliarden Euro aufgewendet. Das ergibt sich aus Berechnungen des Handelsblatts aus den Bilanzen seit dem Kauf des US-Konzerns 2018. In die Summe sind Kosten für Gerichtsprozesse, Schadenersatzzahlungen sowie außergerichtliche Vergleiche mit Klägern eingerechnet. Der überwiegende Teil entfällt auf die Beilegung der Klagen um den Unkrautvernichter Glyphosat. Bayer will die noch anhängenden 67.000 Klagen sowie alle zukünftigen über einen weiteren außergerichtlichen Vergleich beilegen, der im Februar vorgestellt wurde. In der Gesamtsumme sind zudem Kosten für den Rechtsstreit um die Monsanto-Produkte PCB und Dicamba enthalten. Am Ende dürfte es der zweitteuerste Rechtsstreit eines deutschen Unternehmens in den USA nach dem VW-Dieselskandal werden. (Handelsblatt)
WACKER CHEMIE
rechnet für das erste Quartal vor allem wegen vorgezogener Kundenbestellungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten mit einem besseren operativen Ergebnis und Umsatz als erwartet. Wacker erwartet nun ein EBITDA von etwa 173 Millionen Euro bei einem Umsatz von etwa 1,41 Milliarden Euro. Analysten hatten im Konsens von Vara Research mit einem EBITDA von 146 Millionen Euro gerechnet. Zuvor hatte der Konzern im März für das erste Jahresviertel einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 1,35 Milliarden Euro und ein EBITDA zwischen 140 bis 160 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Wie Wacker Chemie weiter mitteilte, bleibt wegen der bestehenden Unsicherheiten und des volatilen Auftragseingangs die EBITDA-Prognose für das Jahr unverändert in der Spanne von 550 bis 700 Millionen Euro. Beim Jahresumsatz rechnet Wacker Chemie nun mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich statt einem niedrigen einstelligen Prozentbereich.
HIPP
In einem Gläschen mit Babynahrung in Österreich ist Rattengift entdeckt worden. Die österreichische Gesundheitsagentur Ages äußerte die Vermutung, dass es sich um einen Erpressungsversuch gegen den deutschen Hersteller Hipp handeln könnte. Das Unternehmen hatte am Freitagabend in Österreich sein gesamtes Sortiment an Babygläschen bei der Supermarktkette Spar wegen Gesundheitsrisiken zurückgerufen. Für Deutschland gab Hipp hingegen Entwarnung. Das manipulierte Gläschen war von einem Kunden gemeldet worden, ein Verzehr hat nicht stattgefunden. (FAZ)
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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April 20, 2026 01:50 ET (05:50 GMT)
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