DJ MÄRKTE USA/Technologieaktien führen kräftige Erholung an - Avis-Rally endet jäh
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Nachdem US-Präsident Donald Trump eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, hat sich am Mittwoch an den US-Börsen wieder Risikobereitschaft breitgemacht. Dazu trugen auch vielfach gute Unternehmensergebnisse bei. Am Vortag hatte sich die Stimmung noch eingetrübt, nachdem sich die Anzeichen gemehrt hatten, dass die Friedensgespräche zunächst nicht weitergeführt werden.
"Die Verlängerung des derzeitigen Waffenstillstands durch Präsident Trump hat das Risiko einer unmittelbaren Eskalation verringert, aber die allgemeinen Aussichten unsicher gelassen", kommentierte DHF-Analyst Bas Kooijman die neue Lage. Mit der andauernden Schließung der Straße von Hormus bestünden Störungen der Energieversorgung fort, was Inflations- und Wachstumsrisiken berge.
Der Dow-Jones-Index schloss 0,7 Prozent fester bei 49.490 Punkten. Der S&P-500 legte um 1,1 Prozent zu, klar favorisiert wurden Technologieaktien: Die Nasdaq-Indizes gewannen bis zu 1,7 Prozent. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1.417 (Dienstag: 739) Kursgewinner und 1.327 (2.007) -verlierer. Unverändert schlossen 74 (71) Titel.
Am Anleihemarkt tat sich wenig, die Renditen blieben auf dem jüngst erhöhten Niveau. Die zehnjährige Rendite stieg um 1 Basispunkt auf knapp 4,31 Prozent. Der Dollar zog etwas an, der Euro kam auf 1,1704 Dollar zurück. Der Goldpreis erholte sich leicht vom Rücksetzer am Vortag, die Feinunze verteuerte sich um 26 Dollar auf 4.738 Dollar.
Dass die Ölpreise mit der weiter nicht passierbaren Straße von Hormus und Berichten über vom Iran beschlagnahmten Schiffen stiegen, tat der Kauflaune für Aktien keinen Abbruch. Brent-Öl verteuert sich um 3,0 Prozent auf 101,44 Dollar.
Am Aktienmarkt stießen die Erstquartalszahlen von Boeing auf ein positives Echo, der Kurs zog um 5,5 Prozent an. Das Geschäft mit Verkehrsflugzeugen hat sich verbessert, der Quartalsverlust verringerte sich deutlicher als erwartet.
GE Vernova schossen um 13,7 Prozent nach oben. Der Stromerzeuger und Netzexperte hatte seinen Ausblick für das Gesamtjahr angehoben, nachdem er im ersten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz verzeichnete.
AT&T bewegten sich nach der Zahlenvorlage kaum. Der freie Cashflow des Telekommunikationskonzerns war im Zuge von Investitionen in den Glasfaserausbau zuletzt gesunken. Philip Morris verbuchte einen höheren Umsatz. Der Kurs des Tabakkonzerns legte um 7,0 Prozent zu.
United Airlines kamen um 5,6 Prozent zurück. Die Fluggesellschaft übertraf zwar die Gewinnerwartungen der Analysten für das erste Quartal, senkte aber den Ausblick mit Verweis auf steigende Kerosinkosten.
Kritisch wurden Medienberichte über ein mögliches Zusammenlegen des Aktienkapitals von Deutsche Telekom und der Tochter T-Mobile US gesehen. T-Mobile US verloren 3,3 Prozent. Analysten sehen erhebliche regulatorische Hürden und betonen, dass es offenbar vor allem darum gehe, den Bewertungsabschlag der T-Aktie zur US-Tochter zu beseitigen. Im Handel hieß es außerdem, US-Aktionäre dürften eine reine US-Investition einem Zusammenschluss mit Europa vorziehen.
Adobe gewannen 3,5 Prozent, getrieben von der Auflage eines Aktienrückkaufprogramms im Wert von 25 Milliarden Dollar. Die Apple-Aktie erholte sich um 2,6 Prozent und machte das Vortagesminus in Reaktion auf den am 1. September anstehenden Führungswechsel wieder wett.
Avis Budget beendeten mit einem Absturz um gut 37 Prozent ihren jüngsten spektakulären Höhenflug. Der Aktienkurs des Autovermieters hatte sich im vergangenen Monat mehr als versechsfacht, angetrieben von einem massiven sogenannten "Short Squeeze".
Teleflex reagierten mit einem Plus von gut 11 Prozent auf einen Bloomberg-Bericht, wonach die Finanzinvestoren CVC Capital und GTCR ein Übernahmeangebot für den Medizintechnikhersteller abgegeben haben sollen. Stellungnahmen der Unternehmen waren nicht zu erhalten.
Vertiv verbilligten sich um 2,3 Prozent. Der Anbieter von Rechenzentrumsinfrastruktur und wichtige Nvidia-Partner meldete Gewinne und Umsätze, die die Schätzungen der Wall Street knapp übertrafen. Im Handel wurde aber auf im Vorfeld offenbar noch höhere Erwartungen verwiesen.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 49.490,03 +0,7 +340,65 49.149,38 S&P-500 7.137,88 +1,1 +73,87 7.064,01 NASDAQ Comp 24.657,57 +1,6 +397,60 24.259,96 NASDAQ 100 26.937,28 +1,7 +457,80 26.479,47 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,80 +0,02 3,81 3,75 5 Jahre 3,93 +0,02 3,93 3,88 10 Jahre 4,31 +0,01 4,31 4,26 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 19:02 EUR/USD 1,1704 -0,3 -0,0038 1,1742 1,1741 EUR/JPY 186,75 -0,2 -0,3800 187,13 187,2400 EUR/CHF 0,9184 +0,2 0,0016 0,9168 0,9168 EUR/GBP 0,8667 -0,3 -0,0024 0,8691 0,8697 USD/JPY 159,55 +0,1 0,1800 159,37 159,4600 GBP/USD 1,3498 -0,1 -0,0008 1,3506 1,3494 USD/CNY 6,8275 +0,1 0,0067 6,8208 6,8208 USD/CNH 6,8325 +0,1 0,0047 6,8278 6,8272 AUS/USD 0,7158 +0,1 0,0007 0,7151 0,7150 Bitcoin/USD 78.916,34 +4,2 3.174,66 75.741,68 75.799,81 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,56 +3,2 2,89 89,67 Brent/ICE 101,44 +3,0 2,96 98,48 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.737,83 +0,6 26,16 4.711,67 Silber 77,68 +1,3 0,98 76,70 Platin 2.074,85 +1,9 38,06 2.036,79
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April 22, 2026 16:09 ET (20:09 GMT)
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