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MORNING BRIEFING - USA/Asien

DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

TAGESTHEMA

Die US-Notenbank dürfte nach allgemeiner Erwartung die Zinsen in der aktuellen Spanne von 3,50 bis 3,75 belassen, auch wenn einzelne Fed-Mitglieder angesichts der auf rund 4 Prozent gestiegenen Inflation bereits für Zinserhöhungen plädieren. Die Sitzung dürfte derweil den Auftakt für eine Neuausrichtung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh machen. Als Monetarist dürfte er die Fed auf einen regelgebundenen Ansatz einschwören, die Bilanzsumme reduzieren und auf eine aktive Feinsteuerung der Märkte verzichten. Mögliche Produktivitätsgewinne durch KI dienen ihm vorerst wohl nur als Argument gegen weitere Zinserhöhungen, was für die Kapitalmärkte einen schmerzhaften Gewöhnungsprozess bedeuten könnte. Die Skepsis gegenüber der bisherigen geldpolitischen Praxis ist bei Warsh fundamentaler Natur. Er betrachtet Inflation als rein monetäres Phänomen, das durch eine übermäßige Geldmengenausweitung befeuert wird. In der Konsequenz bedeutet dies eine scharfe Abkehr von der Ära seiner Vorgänger Ben Bernanke, Janet Yellen und Jerome Powell. Insbesondere quantitative Lockerungen und die damit einhergehende Vermengung von Geld- und Finanzpolitik dürfte der Vergangenheit angehören. Die US-Notenbank dürfte künftig auf die gewohnte "Forward Guidance" verzichten und stattdessen eine maximale Freiheit von Sitzung zu Sitzung anstreben. Kurze Pressekonferenzen und ein bewusstes Herunterspielen oder gar das Ausbleiben eigener geldpolitischer Projektionen könnten diesen neuen, weniger signalgesteuerten Kommunikationsstil untermauern.

AUSBLICK UNTERNEHMEN +

Keine wichtigen Termine angekündigt

AUSBLICK KONJUNKTUR

- US 
  14:30 Einzelhandelsumsatz Mai 
     PROGNOSE: +0,5% gg Vm 
     zuvor:  +0,5% gg Vm 
     Einzelhandelsumsatz ex Kfz 
     PROGNOSE: +0,6% gg Vm 
     zuvor:  +0,7% gg Vm 
 
  16:00 Lagerbestände April 
     PROGNOSE: +0,5% gg Vm 
     zuvor:  +0,9% gg Vm 
 
  20:00 Fed, Ergebnis der FOMC-Sitzung (20:30 PK) 
     Fed-Funds-Zielsatz 
     PROGNOSE: 3,50% bis 3,75% 
     zuvor:  3,50% bis 3,75% 
 

ÜBERSICHT INDIZES

Index             zuletzt +/- % 
E-Mini-Future S&P-500    7.537,50  +0,3 
E-Mini-Future Nasdaq-100  30.198,00  +0,7 
S&P/ASX 200 (Sydney)     8.967,20  +0,6 
Nikkei-225         69.999,08  +0,9 
Topix-500 (Tokio)      4.017,00  +0,7 
Kospi (Seoul)        8.865,67  +1,6 
Shanghai-Composite      4.087,10  -0,1 
Hang-Seng-Index (Hongkong) 24.347,46  -0,6 
 

FINANZMÄRKTE

OSTASIEN (VERLAUF)

Außer in China präsentieren sich die wichtigsten Börsen mit Aufschlägen. Das eigentliche Tagesthema rollt auf Anleger erst nach Börsenschluss in Asien zu. Denn im Fokus steht klar die anstehende Entscheidung der US-Notenbank. Der Nikkei-225 steigt auf Allzeithoch, von dem er dann aber wieder zurückkommt. Der japanische Leitindex wird getragen von Chip- und Industriewerten. Händler sprechen von Optimismus hinsichtlich einer andauernden, von KI getriebenen Nachfrage in diesen Sektoren. Handelsdaten zeigen, dass KI-bezogene Elektronik- und Halbleiterverkäufe im Mai ein starkes Exportwachstum befeuert haben. Industrietitel werden zudem von starken Maschinenbauaufträgen gestützt. Gegen den Trend verlieren Softbank Group 3,2 Prozent. OpenAI, an dem das Unternehmen maßgeblich beteiligt ist, kämpft laut Berichten mit steigenden Kosten. Während der Kospi ebenfalls zulegt, hinken die chinesischen Börsen erneut hinterher. Händler verweisen erneut auf die schwachen Konjunkturdaten des Vortages. Die Hoffnung auf weitere staatliche Stimuli zur Ankurbelung des schwachen Konsums sei derzeit nicht sehr ausgeprägt, heißt es. In Australien geht es leicht nach oben. Zwar hatte die Reserve Bank of Australia die Zinssätze wie erwartet am Vortag bestätigt. Die Notenbank könne die natürliche Rückbildung der Inflation aber nicht durch Zinsänderungen beschleunigen, warnen die Ökonomen von Jarden. Vielmehr hänge die Inflation mit Kraftstoffkosten zusammen und stehe nicht unter der Kontrolle der Zentralbank.

WALL STREET

INDEX       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA      52.002,94  +0,6  +331,91    51.671,03 
S&P-500     7.511,56  -0,6   -42,73    7.554,29 
NASDAQ Comp   26.376,34  -1,2  -307,60    26.683,94 
NASDAQ 100   29.968,13  -1,9  -575,79    30.543,92 
 
           Dienstag  Montag 
Umsatz NYSE (Aktien) 1,35 Mrd  1,39 Mrd 
Gewinner        1.428   1.535 
Verlierer        1.334   1.245 
Unverändert        93     71 
 

Schwächer - Die offenen Details der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran sorgten für Unsicherheit. Zugleich setzten auf der anderen Seite die Ölpreise aber ihre Talfahrt fort. Zu hören war außerdem von Zurückhaltung vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank. Der 30 Aktien umfassende Dow-Jones-Index stieg zwar und setzte die Rekordjagd fort; das war aber nur Gewinnen einiger schwer gewichteter Aktien wie JP Morgan, Caterpillar, Home Depot oder Goldman Sachs zu verdanken. Der breite S&P-500 gab dagegen etwas nach, die technologielastigen Nasdaq-Indizes fielen sogar deutlich. Dass der Nasdaq-Composite nur 1,2 Prozent einbüßte, erklärten Händler damit, dass die SpaceX-Aktie in dem Index bereits enthalten ist, während der Nasdaq-100 SpaceX frühestens im Juli aufnehmen wird. SpaceX sorgten indes weiter für Schlagzeilen. Die Aktie machte an ihrem dritten Handelstag zunächst den dritten kräftigen Kurssprung, im Schlussgeschäft verringerte sich das Plus dann aber auf 4,8 Prozent. Nach dem atemberaubenden Start versuchten viele Anleger, noch auf den Zug aufzuspringen. Während Chipaktien unter stärkeren Gewinnmitnahmen litten, verteuerten sich Western Digital um 4,2 und Seagate Technology um 1,2 Prozent. Rackspace machten einen Satz um 5,0 Prozent - Treiber war die Vereinbarung über den Einsatz von AMD-Chips in Rackspace-Rechenzentren. Moderna machten einen Satz um 6,3 Prozent. Rückenwind lieferten positive Analysten-Einschätzungen.

US-ANLEIHEN

Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre    4,06 -0,01    4,07      4,03 
5 Jahre    4,16 -0,03    4,20      4,14 
10 Jahre   4,44 -0,03    4,48      4,42 
 

Die Anleiherenditen gaben erneut nach. Dazu trugen in erster Linie die weiter gefallenden Ölpreise bei, nachdem die Inflation zuletzt entscheidend vom Ölpreisschock befeuert worden war.

DEVISEN

DEVISEN         zuletzt +/- %   00:00    Di, 09:40 % YTD 
EUR/USD          1,1613  +0,1   1,1607     1,1592  -1,1 
EUR/JPY          186,16  -0,0   186,24     185,86  +1,2 
EUR/GBP          0,8647  +0,1   0,8643     0,8643  -0,8 
USD/JPY          160,28  -0,1   160,45     160,30  +2,3 
USD/KRW         1.511,56  +0,2  1.508,98    1.509,34  +4,9 
USD/CNY          6,7558  -0,0   6,7562     6,7584  -3,4 
USD/CNH          6,7553  -0,0   6,7561     6,7589  -3,2 
USD/HKD          7,8334  0,0   7,8337     7,8326  +0,7 
AUD/USD          0,7060  -0,1   0,7066     0,7058  +5,8 
NZD/USD          0,5823  -0,1   0,5830     0,5816  +1,2 
BTC/USD        65.845,69  +0,1 65.780,63    66.293,28 -24,9 
 

Der Dollar gab mit den Marktzinsen nach, der Euro wurde mit 1,1607 Dollar gehandelt.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.329,64  -0,0   -0,49    4.330,13 
Silber           70,22  +0,1    0,05      70,17 
Platin         1.788,85  -0,8   -15,29    1.804,14 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Gold profitierte weiter von den gesunkenen Anleiherenditen, die Feinunze verteuerte sich um 26 Dollar auf 4.333.

ÖL

ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         75,46  -0,8   -0,59      76,05 
Brent/ICE         78,24  -0,9   -0,72      78,96 
 

Brent-Öl kostete zuletzt im US-Handel mit knapp 80 Dollar gut 4 Prozent weniger. Händler erklärten die erneut scharfen Verluste mit Optimismus, dass sich das Ölangebot aus dem Nahen Osten mit der Wiedereröffnung der Straße von Hormus schnell erholen wird. Mit der Materie vertraute Informanten sagten außerdem, dass im Rahmen des Abkommens zur Beendigung des Kriegs die USA dem Iran bereits unmittelbar nach der Unterzeichnung den Verkauf von Öl und Treibstoffen ermöglichen und dafür Sanktionen bei Finanzierung, Transport und Versicherungen lockern wollten.

MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR

KONJUNKTUR JAPAN

Die Exporte sind im Mai den neunten Monat in Folge gestiegen. Gestützt wurde das Wachstum von einer robusten Nachfrage nach elektronischen Bauteilen, Automobilen und Nichteisenmetallen. Die Ausfuhren stiegen gegenüber dem Vorjahr um 17,0 Prozent. Im April hatte der Anstieg 14,8 Prozent betragen. Ökonomen hatten einen Zuwachs von 17,7 Prozent prognostiziert. Die Importe kletterten im Mai um 12,5 Prozent und beschleunigten sich damit gegenüber dem im April gemeldeten Anstieg von 9,8 Prozent.

Maschinenbauaufträge Kern Apr +8,7% (PROG: +0,9%) gg Vm

Maschinenbauaufträge Kern Apr +15,6% gg Vj

HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/gos/cln/flf

(END) Dow Jones Newswires

June 17, 2026 01:47 ET (05:47 GMT)

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