DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
TAGESTHEMA
Die 81 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery ist auf eine juristische Hürde gestoßen. Ein Bundesgericht in Kalifornien hat eine einstweilige Verfügung erlassen, die es den Unternehmen temporär untersagt, die Transaktion abzuschließen. Unterdessen prüft das Gericht, ob die Fusion bis zur Klärung einer von einem Dutzend Bundesstaaten angestrengten Kartellklage blockiert bleiben soll.
Die 14-tägige einstweilige Verfügung bedeutet, dass sich Paramounts Hoffnungen, den Deal noch vor Ende des Monats abzuschließen, nicht erfüllen werden. Sollte das Gericht den Bundesstaaten später eine vorläufige Anordnung gewähren, wäre es den Unternehmen untersagt, die Fusion abzuschließen, während das Kartellverfahren der Bundesstaaten andauert. Eine Anhörung wurde für den 3. August angesetzt.
In ihrem Urteil sagte Richterin Araceli Martínez-Olguín, die Kombination des Marktanteils der beiden Filmstudios bei Kinofilmen habe das Gericht davon überzeugt, "dass es davon ausgehen kann, dass die geplante Fusion wahrscheinlich gegen die Kartellgesetze verstößt".
Das Urteil ist ein erster Schritt hin zu einer möglichen Gewährung einer vorläufigen Anordnung, die den Fortgang der Fusion während des Verfahrens im Wesentlichen stoppen würde.
Bislang stieß Paramount auf wenig Gegenwind, um seinen Deal durch die Regulierungsbehörden in den USA und im Ausland zu bringen. Das Justizministerium genehmigte die Transaktion im vergangenen Monat und erklärte, sie würde den Wettbewerb "im gesamten Medien- und Unterhaltungsökosystem" verbessern.
Der Deal wurde auch von mehreren ausländischen Aufsichtsbehörden genehmigt, darunter in Australien und China, wartet aber noch auf die Zustimmung von Großbritannien und der Europäischen Union.
Sollte sich der Rechtsstreit über Ende September hinauszögern, könnte die Verzögerung für Paramount teuer werden. Im Rahmen der Fusionsvereinbarung stimmte Paramount zu, den Warner-Aktionären eine vierteljährliche "Ticking Fee" von 25 Cent pro Aktie zu zahlen, falls der Deal nicht bis zum 30. September abgeschlossen ist. Dies beläuft sich auf rund 650 Millionen US-Dollar alle drei Monate, bis die Transaktion abgeschlossen ist.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
11:45 US/3M Co, Ergebnis 2Q
12:30 US/General Motors Co (GM), Ergebnis 2Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
Keine wichtigen Daten zur Veröffentlichung angekündigt.
ÜBERSICHT INDIZES
Index zuletzt +/- % E-Mini-Future S&P-500 7.516,75 +0,4 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.065,00 +1,0 S&P/ASX 200 (Sydney) 8.777,80 -0,2 Topix-500 (Tokio) 4.002,14 +2,1 Kospi (Seoul) 6.758,39 +3,7 Shanghai-Composite 3.826,79 +0,8 Hang-Seng-Index (Hongkong) 25.090,34 -0,2
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Am Dienstag dominieren an den Börsen in Ostasien und Australien positive Vorzeichen. Zur Stimmungsaufhellung tragen die leicht sinkenden Ölpreise bei, wie Händler sagen. Die Marktteilnehmer verweisen auf wieder erwachte Hoffnungen auf einen neuen Waffenstillstand im Iran-Krieg, um den sich Vermittler am Montag bemüht hätten. So habe Katar eine zehntägige Pause der Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran angeregt und die Aufhebung der Schifffahrtsbeschränkungen in der Straße von Hormus. Allerdings hätten die Vermittler auch gesagt, dass nicht klar sei, ob die beiden Kriegsparteien sich darauf einlassen würden, nachdem ein Mitte Juni vereinbarter Waffenstillstand Anfang dieses Monats gebrochen wurde. Angeführt werden die Börsen der Region vom Aktienmarkt in Seoul, der allerdings am Montag drastische Verluste in ähnlicher Höhe verzeichnet hatte. Gestützt wird der Index von den Chip-Schwergewichten Samsung Electronics (+7,6%) und SK Hynix (+6,5%). In Tokio geht es nach dem langen Feiertagswochenende vor allem mit den Aktien des jüngst abverkauften Chipsektors aufwärts. Kioxia, Softbank Group und Advantest verbessern sich um bis zu rund 16 Prozent. Ölaktien profitieren aufgrund des Feiertags mit Verzögerung vom Ölpreisanstieg der vergangenen Tage. Inpex und Japan Petroleum Exploration verbuchen Kursgewinne von 4,5 und 2,7 Prozent. Auch Aktien von Handelshäusern, die im Rohstoffhandel engagiert sind, legen zu. Unter anderem gewinnen Mitsubishi Corp 4 Prozent und Marubeni 3,3 Prozent. Auch in China sind Aktien des Chipsektors gefragt. Hua Hong Grace Semiconductor und Semiconductor Manufacturing International verteuern sich in Hongkong um gut 17 und 8,8 Prozent. Der australische Aktienmarkt wird von den negativen Vorgaben der US-Börsen gebremst, wie Händler sagen. Unter Einzelwerten profitieren South32 (+5,6%) erneut von den am Vortag veröffentlichten Produktionszahlen.
WALL STREET
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
DJIA 51.839,26 -0,6 -307,16 52.146,42
S&P-500 7.443,28 -0,2 -14,41 7.457,69
NASDAQ Comp 25.508,07 -0,0 -12,17 25.520,24
NASDAQ 100 28.604,24 +0,0 +11,58 28.592,66
Montag Freitag
Umsatz NYSE (Aktien) 1,14 Mrd 1,33 Mrd
Gewinner 1.021 973
Verlierer 1.734 1.808
Unverändert 87 69
Uneinheitlich - Übergeordnet standen der andauernde Iran-Krieg und die Ölpreisentwicklung im Fokus. Teilnehmer sprachen allerdings auch von Zurückhaltung mit Blick auf die Fahrt aufnehmende Berichtssaison. So werden unter anderem die Google-Mutter Alphabet, IBM, Texas Instruments, Tesla, Intel und Verizon ihre Geschäftsbücher öffnen. Vor allem bei den zuletzt stark unter Druck gestandenen Technologiewerten kam es zu einer Erholung, die Ankündigung eines neuen chinesischen KI-Modells durch Alibaba belastete nicht. Es soll mit 2,4 Billionen Parametern nur von Anthropics Fable 5 übertroffen werden. Die Aktien der Chiphersteller Micron Technology, Marvell Technology und Intel gewannen 1,9 bzw. 3,3 bzw. 2,1 Prozent. Auch Seagate und Sandisk waren gesucht. AMD legten um 1,6 Prozent zu. Microsoft wird künftig KI-Chips und Prozessoren der nächsten Generation von AMD in seiner Cloud-Plattform Azure nutzen. Microsoft stiegen um 2,2 Prozent. AMC Entertainment schossen um 26,8 Prozent nach oben, nachdem die Ergebnisse und der Umsatz der Kinokette die Erwartungen der Analysten übertroffen hatten. Paramount Skydance verloren 2,1 und Warner Bros. Discovery 3,8 Prozent, nachdem ein Richter die 81 Milliarden Dollar schwere Fusion der beiden Unternehmen vorübergehend blockiert hatte.
US-ANLEIHEN
Rendite +/- 2 Jahre 4,21 +0,04 10 Jahre 4,60 +0,06
Am Anleihemarkt stiegen dien Renditen deutlicher. Teilnehmer verwiesen auf den jüngst wieder gestiegenen Ölpreis, der Inflationssorgen schüre und damit Zinserhöhungssepkulationen.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mo, 9:30 Uhr % YTD EUR/USD 1,1418 +0,0 1,1414 1,1442 -2,8 EUR/JPY 185,56 +0,1 185,46 185,81 +0,9 EUR/GBP 0,8493 -0,1 0,8497 0,8493 -2,6 USD/JPY 162,48 -0,0 162,49 162,39 +3,7 USD/KRW 1.472,10 -0,2 1.475,55 1.480,30 +2,2 USD/CNY 6,7654 -0,0 6,7668 6,7706 -3,3 USD/CNH 6,7658 -0,0 6,7684 6,7720 -3,0 USD/HKD 7,8408 0,0 7,8407 7,8401 +0,8 AUD/USD 0,7007 +0,2 0,6994 0,6997 +5,0 NZD/USD 0,5861 +0,4 0,5837 0,5856 +1,8 BTC/USD 65.554,11 +0,3 65.333,63 64.091,96 -25,2
Beim Dollar ging es einmal mehr ruhig zu. Gestützt von steigenden Anleiherenditen legte er leicht zu. Der Euro kam auf 1,1414 Dollar zurück.
++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.059,58 +1,3 53,87 4.005,71 Silber 57,98 +2,8 1,57 56,42 Platin 1.615,80 +1,4 21,80 1.594,00
Der Goldpreis zeigte sich im US-Handel zuletzt mit 4.006 Dollar kaum verändert. "Die jüngste Entwicklung deutet darauf hin, dass die Sorgen über längerfristig höhere Zinsen die traditionelle Anziehungskraft von Gold als sicherer Hafen aufwiegen, wodurch Gold trotz eskalierender geopolitischer Risiken weitgehend in einer engen Handelsspanne verharrt", meinte Soojin Kim von MUFG.
ÖL
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 82,84 -0,5 -0,39 83,23 Brent/ICE 88,68 -0,6 -0,54 89,22
Die Ölpreise stiegen zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Anfang Juni, kamen aber von den Tageshochs wieder zurück, nachdem der Iran mitgeteilt hatte, dass er weiter den diplomatischen Weg verfolge und Vorschläge von Vermittlern erhalten habe. Das nährte die Hoffnung auf eine Deeskalation des Konflikts. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent kostete zuletzt knapp 1 Prozent mehr knapp 89 Dollar, nachdem es zwischenzeitlich über 90 Dollar waren.
MELDUNGEN SEIT MONTAG 20.00 UHR
IRAN-KRIEG
Der israelische Geheimdienst glaubt, dass der Iran im vergangenen Herbst Tausende von Urananreicherungszentrifugen in Tunnel tief im Inneren eines Berges verlegt hat - eine Entwicklung, die die Sorge verstärken würde, dass Teheran sein Atomprogramm wieder aufbauen könnte. Das berichten sowohl israelische als auch US-Vertreter.
ZOLLSTREIT USA-KANADA
US-Präsident Donald Trump hat einen zusätzlichen Zoll von 50 Prozent auf bestimmte Güter aus Kanada verhängt, darunter Wein, Hockeyschläger und Zement. Wie das Weiße Haus mitteilte, stellen die Zölle eine Reaktion auf die "diskriminierende Behandlung US-amerikanischer Produkte" durch Kanada dar. Einige Sektoren und Güter, darunter Energie, Kali und Fisch oder kritische Mineralien, sind von den neuen Zöllen ausgenommen. Die Zölle sollen 30 Tage nach der Unterzeichnung in Kraft treten und betreffen kanadische Güter im Wert von etwa 20 Milliarden US-Dollar.
ZÖLLE USA-EU
Die Einfuhr von EU-Waren in die USA hat sich im vergangenen Jahr verteuert. US-Importeure zahlten im Jahr 2025 zusätzlich 31 Milliarden Euro für Waren aus der Europäischen Union, verglichen mit rund 7 Milliarden Euro im Jahr 2024, bevor US-Präsident Trump damit begann, Zölle gegen andere Länder zu verhängen, wie ein hochrangiger EU-Beamter am Montag sagte.
SAMSUNG ELECTRONICS
will eine Robotik-Sparte gründen und diesen Bereich zu einem zentralen künftigen Wachstumstreiber ausbauen. Die Sparte "Robotics eXperience" oder RX soll sämtliche Robotik-Fähigkeiten bündeln von der mittel- bis langfristigen Strategieentwicklung bis hin zur Entwicklung von Kerntechnologien und deren Kommerzialisierung, wie der südkoreanische Technologieriese mitteilte.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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July 21, 2026 01:41 ET (05:41 GMT)
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