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FinanzNachrichten.de, 05.06.2009 08:37:00
Thailand, der krisengeschüttelte Markt

Sie wissen, dass ich lange Zeit recht bullish für das Königreich Thailand war. Doch dann setzten politische Chaostage, die mit einem Militärputsch im Jahr 2006 begannen und mit der Besetzung des Flughafens durch Oppositionelle in Bangkok im Mai 2009 ihren vorläufigen Höhepunkt fanden.

Noch immer ist recht unklar, wie es im Königreich weitergehen wird – möglicherweise stehen demnächst schon wieder Neuwahlen an. Im Thailand wechselt sich also ständig die Lage. Auf den ersten Blick scheint dies nichts Gutes zu sein, aber nur auf den ersten Blick.

Auf der einen Seite mag die Börse diese Unsicherheiten nicht, auf der anderen Seite scheint sie sich mit der Zeit auch den permanenten Wechsel zu gewöhnen. Tatsächlich notiert die Börse des Tigerstaats im Mittelfeld, wenn es um die Performance der Asienbörsen geht. Die Lage kann mithin so schlecht nicht sein oder täuschen wir uns da?


Noch sieht es trübe aus

Die Wirtschaft ist im ersten Quartal 2009 inflationsbereinigt um 7% eingebrochen. Die Investitionen gingen sogar um 15,8% zurück. Vor allem die Ausländer haben in Anbetracht der misslichen politischen Lage ihr Geld in Sicherheit gebracht oder sind gleich selbst wieder in die Heimat zurück geflogen.

Es gibt aber auch einen Hoffnungsschimmer: Wie die Analysten der Credit Suisse schreiben, haben die hohen Lagerbestände für den deutlichen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes gesorgt. Denn wenn eine Firma aus dem Lager verkauft, dann baut sie Überkapazitäten ab. Die Konjunktur kann daher nicht wachsen, da bereits produzierte und im Bruttoinlandsprodukt verrechnete Güter verkauft werden. Dieser Effekt, so die Analysten der Credit Suisse, ist nun jedoch bald Geschichte, da sich die Lager leeren. Folglich können wir im nächsten Quartal ein positives Wachstum erwarten. Zwar werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen, die Credit Suisse rechnet nur mit 1%. Aber immerhin ist das doch mal ein Hoffnungsschimmer.

Ich gehe davon aus, dass der Aktienmarkt der realwirtschaftlichen Entwicklung deutlich voraus gelaufen ist, er weist derzeit kein gutes Chancen-Risiko-Verhältnis auf. Hinzu kommen die immer noch unklaren politischen Verhältnisse, die zumindest die Gefahr einer weiteren Eskalation bieten. Mein Ratschlag ist daher, Bestände auf aktuellem Niveau abzubauen. Sofern die Börsen wieder fallen werden, wovon ich ausgehe, bieten sich im Herbst wieder interessante Möglichkeiten, um vom ständigen Wandel in Thailand zu profitieren. Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass Asien seine Outperformance zum Rest der Welt weiter fortsetzen wird!

Herzlichst

Ihr Heiko Seibel




© 2010 Good Morning Asia


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