Nach Angaben des Blattes fehlen den privaten Krankenkassen seit Inkrafttreten der allgemeinen Versicherungspflicht durch säumige Kunden rund 554 Millionen Euro. Wie die "Welt" weiter berichtet, planen Bundesregierung und PKV die Einführung eines so genannten "Nichtzahler-Tarif", der bei rund 100 Euro im Monat liegen soll und auf der Leistungsseite nur akute Krankheiten oder Schwangerschaften abdeckt. Die nötigen Änderungen würden derzeit vom Bundesfinanz- und Bundesjustizministerium vorbereitet. Die Gesetzentwürfe sind weitgehend fertig. "Ziel der 'Nichtzahler-Tarife' ist es, den Anstieg der Beitragsrückstände abzumildern und die Versichertengemeinschaft zu entlasten", sagte Wiltrud Pekarek, Vorstandsmitglied der Halleschen Krankenversicherung und Leiterin einer brancheninternen Arbeitsgruppe zum Thema Nichtzahler, der "Welt". Pekarek betonte, ihr Unternehmen bewerte wegen der aktuellen Entwicklung bei Neukunden auch die Einkommenssituation: "Um das Risiko von Beitragsausfällen zu minimieren, ist die Hallesche dazu übergegangen, vor dem Abschluss der Krankenversicherungsverträgen nicht nur die Gesundheit, sondern neben der aktuellen Bonität auch die zukünftige Zahlungsfähigkeit neuer Kunden zu prüfen." Hintergrund: Insgesamt sind in der PKV 8,9 Millionen Menschen voll krankenversichert. Bei der Einführung der Versicherungspflicht 2009 wechselten viele Kunden, die bis zum damaligen Zeitpunkt unversichert waren, in eine private Krankenkasse. Zudem lockten viele Privatkassen mit billigen Einstiegstarifen. Laut Experten sind beide Entwicklungen für die hohe Zahl der Nichtzahler mitverantwortlich.
