Hintergrund ist ein Streit um die richtige Strategie, wie der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung verringert werden kann. Eine Studie aus Nordrhein-Westfalen hatte ergeben, dass in der Hähnchenmast 96,4 Prozent der Tiere Antibiotika erhielten. Remmel hatte der Bundesministerin vorgeworfen, ihre Gesetzesvorschläge zur Begrenzung des Einsatzes seien untauglich, es fehlten ein klarer Rechtsrahmen und eine zentrale Datenbank. Aigner sagte im Interview, es gebe bereits strikte Vorschriften. Sie wolle jetzt aber das Arzneimittelrecht noch weiter verschärfen bis dahin, dass die zuständigen Kontrollbehörden vor Ort bestimmten Betrieben mit übermäßigem Antibiotika-Einsatz klare Vorgaben zur Reduzierung machen könnten. Für die Kontrollen seien aber die Landesminister zuständig: "Remmel hat bereits die rechtlichen Möglichkeiten: Seine Leute können in die Betriebe gehen und zu den Tierärzten, sie können alle Bücher einsehen." Aber die besten Gesetze nützten nichts, wenn die Einhaltung nicht überwacht werde - dafür seien die Länder zuständig.