Spiegel warf zudem der EU vor, durch ihre Energiepolitik weltweite Hungerkrisen zu verschärfen. "Durch Importanteile von 10 Prozent Ethanol und 20 Prozent Biodiesel trägt die EU zum Hungerproblem bei - ohne dass es dem Klima nutzt. Denn Untersuchungen zeigen: Biosprit ist klimabelastender als Normal-Benzin." Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) kritisiert dagegen die Verbotsforderungen für E10. "Ein Verbot von E10 wäre wirkungsloser Aktionismus: Die Ursachen für Hunger sind Bürgerkriege, Korruption und vor allem Armut, nicht Bioethanol", so VDB-Geschäftsführer Elmar Baumann.
Subventionierte Agrarüberschüsse aus der EU und den USA hätten jahrzehntelang die Landwirtschaft in Afrika ruiniert. Baumann verwies außerdem auf vermeintliche Vorteile der Produktion von Biokraftstoffen: "Biokraftstoffe wurden in der EU daher Ende der 90er Jahre als sinnvolle Verwendung für diese Überproduktion geschaffen. Ohne eigene Landwirtschaft werden Entwicklungsländer völlig vom wechselhaften Weltmarkt abhängig bleiben. Weiter nur immer umweltschädlicheres Erdöl zu verwenden, ist keine Option. Biokraftstoffe sind heute die bei weitem größte Alternative."