Der aktuelle Bau des bald höchsten Gebäudes der Welt sollte Investoren mahnen: Es könnte an den Märkten bergab gehen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, warum.
Changsha liegt irgendwo im chinesischen Nirgendwo, etwa auf halber Strecke zwischen dem malerischen Kanton und der alten Kaiserstadt Xi'an. Doch bald wird die chinesische Provinzstadt mit ihren acht Millionen Einwohnern eine Attraktion haben, die Besucher weg vom kantonesischen Pearl River und den weltberühmten Terrakotta-Soldaten Xi'ans ziehen könnte: In Changsha soll der höchste Turm entstehen, der je gebaut wurde. "Himmelsstadt" heißt der gigantische Wolkenkratzer, den eine chinesische Baufirma bis Anfang 2013 errichten soll. 220 Stockwerke, Wohnraum für 17.400 Menschen, 838 Meter hoch – ein Gigant, der zehn Meter mehr messen würde als der jetzige Wolkenkratzer-Rekordhalter – der Burj Khalifa in Dubai. Rund eine Milliarde wird die Himmelsstadt kosten.
Himmelsstadt als negatives Signal für Anleger
Markiert der Riesenturm einen neuen Triumph der Architekten über die Schwerkraft? Oder ist er schlicht Ausdruck von Größenwahn – ein Zeichen dafür, dass eine Blase auf Chinas Immobilienmarkt entstanden ist, die bald platzt? "Anleger sollten die geplante Himmelsstadt durchaus als negatives Signal sehen", sagt Gunter Löffler, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Ulm. Denn die Erfahrung lehrt: Wird mit dem Bau eines Wolkenkratzers begonnen, der alte Höhenrekorde brechen soll, dann gehen ...
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