Der Budgetstreit hat die US-Aktienmärkte am
vorletzten Börsentag des Jahres erneut belastet. Kaum Auswirkungen
hatten hingegen die positiv ausgefallenen Konjunkturdaten: So hatte
sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago
überraschend deutlich aufgehellt und im November war die Zahl der
noch nicht vollständig abgeschlossenen Hausverkäufe stärker als
erwartet gestiegen.
Der Dow Jones Industrial sank am Freitag um 0,64
Prozent auf 13.011,87 Punkte und verzeichnete damit den fünften
Handelstag in Folge Verluste. Im Gesamtjahr legte er damit bislang
um rund 7 Prozent zu.
Der S&P-500-Index verlor am Freitag 0,57 Prozent auf
1.410,01 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq fiel der
Composite-Index um 0,32 Prozent auf 2.976,29 Punkte,
gewann allerdings im Jahresverlauf bisher knapp 15 Prozent. Der
Auswahlindex NASDAQ 100 büßte vor dem Wochenende 0,46
Prozent auf 2.620,95 Punkte ein. Am Montag wird in den USA nochmals
bis 22.00 Uhr MEZ gehandelt.
Kurz vor Ablauf der entscheidenden Jahresend-Frist im
Haushaltsstreit will Präsident Barack Obama versuchen, doch noch
einen Kompromiss mit den Republikanern zu erreichen. Die führenden
Vertreter der Parteien im Kongress wurden daher für 21.00 Uhr MEZ
ins Weiße Haus eingeladen. Gelingt es nicht, bis zur Silvesternacht
wenigstens eine Übergangslösung zu finden, droht der Sturz von der
sogenannten Fiskalklippe. Das heißt, Anfang des Jahres würden
automatisch Steuererhöhungen und massive Ausgabenkürzungen in Kraft
treten. Experten erwarten inzwischen, dass in den ersten Januartagen
ein Kompromiss zustande kommt. Das wäre noch rechtzeitig genug, um
negative Auswirkungen auf die Finanzlage der Bürger und die
Wirtschaft zu vermeiden.
"Am Markt wird von dem Treffen heute erwartet, dass die
Demokraten versuchen werden, denjenigen Teil des Gesetzes
durchzubringen, der den größten Bevölkerungsteil abdeckt, also all
jene mit einem Verdienst von bis zu 250.000 US-Dollar", sagte
Analyst Joshua Mahony von Alpari.
Unter den Einzelwerten waren die Aktien von Hewlett-Packard
schwächster Wert im Dow mit minus 2,35 Prozent.
Das US-Justizministerium schaltet sich in den möglichen Betrugsfall
bei der milliardenschweren Übernahme der britischen Software-Firma
Autonomy durch die Amerikaner ein. Auch die Bundespolizei FBI soll
schon ermitteln. HP bezichtigt das alte Autonomy-Management, die
Bilanzen geschönt und damit den Preis in die Höhe getrieben zu
haben. Der Computer-Hersteller hatte im vergangenen Jahr mehr als
zehn Milliarden US-Dollar für Autonomy gezahlt und im November 8,8
Milliarden Dollar abgeschrieben. Auch mit Blick auf 2012 verlief das
Jahr schlecht für HP. Die Aktie büßte fast 47 Prozent ein.
Das Papier der größten US-Baumarktkette Home Depot drehte nach einem schwächeren Verlauf ins Plus und stieg
als einer von nur zwei Gewinnern im Dow um 0,28 Prozent. Es hatte
Händlern zufolge zunächst darunter gelitten, dass es wegen drohender
Streiks zu Lieferproblemen vor der lukrativen Gartensaison hätte
kommen können. Dieser drohende Streik amerikanischer Hafenarbeiter
an der Ost- und Golfküste konnte jedoch abgewendet werden. Eine
vorläufige Übereinkunft bei den laufenden Tarifverhandlungen wurde
inzwischen erreicht. Im Jahresverlauf war die Aktie ebenfalls
zweitgrößter Gewinner in dem 30 Werte umfassenden US-Leitindex und
legte bislang um rund 46 Prozent zu.
Favorit war im ablaufenden Jahr die von der Finanzkrise stark
gebeutelte Aktie der Bank of America , deren Wert
sich wieder etwas mehr als verdoppelt hat. Das Papier von JPMorgan
legte bislang um rund 30 Prozent zu.
Im Nasdaq 100 gaben die Anteilsscheine von Expedia einen Teil ihrer etwas mehr als vierprozentigen
Vortagesgewinne wieder ab. Sie verloren 0,56 Prozent. Am Donnerstag
hatte die Ratingagentur Moody's mitgeteilt, dass die
Trivago-Akquisition keine Auswirkung auf das "BA1"-Kreditrating des
Online-Reisebüros habe. Im Jahresverlauf stieg das Expedia-Papier
bislang um 108 Prozent. Die Apple-Aktie legte
um rund 25 Prozent zu, Yahoo um rund 20
Prozent, Google um 9 Prozent und Oracle
um knapp 30 Prozent./ck/he
ISIN US2605661048 XC0009694271 US6311011026 US78378X1072
AXC0151 2012-12-28/20:31