Zürich - Die Briten haben für einen Austritt aus der EU gestimmt. Aus Sicht der Finanzmärkte hat dieses Ergebnis weitreichende Konsequenzen, weil es zeigt, dass die EU-Mitgliedschaft rückgängig gemacht werden kann: Dies dürfte sofort in den Spreads europäischer Staatsanleihen eingepreist werden, heisst es in einem Kommentar der Credit Suisse aus der Feder von Michael Strobaek Global Chief Investment Officer.
Bei Staatsanleihen schwächerer Länder erwartet die CS höhere Renditen, während die Renditen von den als sichere Häfen geltenden deutschen Bundesanleihen bis in die sehr langen Laufzeitsegmente hinein in negatives Terrain abrutschen könnten. Bei den EUR-Wechselkursen wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine politische Risikoprämie mit einfliessen, sodass sich der EUR in der Folge gegenüber anderen Hauptwährungen abwerten könnte. Bei riskanteren Anlagen (Aktien, nachrangigen Bank- und Versicherungsanleihen sowie Hochzinsanleihen) werden Verkaufswellen erwartewt, während «sichere Häfen» (Staatsanleihen von Kernländern; JPY und CHF sowie Gold) vermutlich stark nachgefragt werden.
Politische Risiken steigen
Mit dieser Entscheidung steigen die politischen Risiken in ganz Europa. David Cameron wird vermutlich als Premierminister in Frage gestellt werden, und sowohl bei den Konservativen als auch bei der Labour Party ist mit ...
