"Fürdie erste EZB-Ratssitzung in diesem Jahr erwarten Investoren eine Änderung inder Forward Guidance der Europäischen Zentralbank und möglicherweise eineAnkündigung über das Endes ihres Wertpapierkaufprogramms.
Inden letzten Wochen hat der Druck einiger bedeutender Mitglieder im EZB-Rat,insbesondere von Seiten des Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann undEZB-Direktoriumsmitglied Benoit Cœuré, in Richtung einer klaren Ankündigunghinsichtlich des Endes des Ankaufprogramms zugenommen. Laut des am 11. Januarveröffentlichten Protokolls der letzten Ratssitzung befürwortet eine wachsendeZahl an Ratsmitgliedern nun eine Änderung in der Kommunikation ab Anfang diesenJahres. Das ein wichtiger Punkt, der die tief verwurzelte Überzeugung vonInvestoren, dass die Zinssätze länger niedrig bleiben, beeinflusst.
Bislanghat die EZB darauf verwiesen, dass der Inflationsausblick unter demmittelfristigen Ziel bleibt, um die Fortführung des Wertpapierkaufprogramms zurechtfertigen. Trotz eines breit angelegten, stetigen und nachhaltigenWirtschaftswachstums in der Eurozone verharrt der Inflationsausblick unter derZielmarke von 2 Prozent. Das Problem hierbei ist, ein Festhalten am Junktimzwischen Inflation und quantitativer Lockerung würde die Überzeugung vielerInvestoren, dass die Zinssätze dauerhaft niedrig bleiben werden, verfestigen.Dies wiederum könnte sich letztendlich zu einem Risiko für die Finanzstabilitätentwickeln.
DieEZB wird voraussichtlich erneut bekräftigen, dass sie ihren geldpolitischenNormalisierungsprozess schrittweise vollziehen wird, indem sie erst diequantitative Lockerung beendet und zu einem späteren Zeitpunkt die Leitzinsenerhöht.
Wirgehen davon aus, dass die Leitzinsen nicht vor 2019 angehoben werden. Dieextreme Anfälligkeit der Rentenmärkte gegenüber der Normalisierung derGeldpolitik hat sich zuletzt am Anstieg der langfristigen Renditen in den USAgezeigt und auch an den Marktturbulenzen infolge der Ankündigung der Bank ofJapan, ihre Anleihekäufe leicht zu reduzieren. Die Märkte müssen offensichtlichsehr vorsichtig vorbereitet werden. Wir erwarten daher, dass die EZB im erstenQuartal ihre Kommunikation entsprechend anpassen wird.
Imglobalen Kontext zeichnet sich für 2018 immer deutlicher eine fortschreitendeDivergenz zwischen der europäischen und US-amerikanischen Geldpolitik ab.Während die EZB ihre Zinsen bis 2019 unverändert lassen dürfte, gehen wir davonaus, dass die Federal Reserve die Zinsen in diesem Jahr drei- bis viermalerhöhen wird. Die Märkte erwarten nur zwei Zinserhöhungen."
