Tagesbericht vom Handel mit Anlage- und Hebelprodukten sowie Auslandsaktien. Heute: Silber, Palladium, Gold, DAX, Gazprom.
20. April. Auch heute dreht sich bei Investoren in Frankfurt wieder (fast) alles um Edelmetalle. Wie bereits in den vergangen Tagen ist Silber von großem Interesse. Die Skontroführer auf dem Frankfurter Parkett vermelden heute jedoch überwiegend Gewinnmitnahmen, nachdem gestern massiv gekauft wurde.
Der Preis der Feinunze Silber ist mittlerweile bis auf 14 US-Dollar geklettert. Davon profitieren zum Beispiel die Anleger in einem Rohstoff-Zertifikat (WKN 163575) von ABN Amro, das heute abgegeben wird. Im vergangenen Monat hat das Papier mehr als 37 Prozent zugelegt. Call-Optionsscheine von UBS (WKN UB9245) und Société Générale (WKN SG24NN) auf das Edelmetall werden ebenfalls verkauft. In einem bullishen Knock-out-Schein von ABN Amro (WKN ABN0K9) mit Stop-loss-Schwelle bei 6,80 US-Dollar überwiegt dagegen leicht die Käuferseite. Nachfrage und Angebot der Investoren halten sich die Waage in einem währungsgesicherten Zertifikat von ABN Amro auf den Rohstoff (WKN A0AB82).
Unklar der Trend in Palladium-Derivaten: Anleger kaufen und verkaufen zwei bullishe Knock-out-Scheine von ABN Amro auf die Feinunze Palladium (WKNs ABN2HC und ABN20L). Die Stop-loss-Schwellen liegen bei 234, bzw. 257 US-Dollar. Das Edelmetall notiert aktuell bei 367 US-Dollar. Ein bullisher Knock-out-Schein vom gleichen Emittenten auf den Preis der Feinunze Gold (WKN 721857) mit Stop-loss-Schwelle bei 328 US-Dollar findet überwiegend Käufer. Gold notiert aktuell bei knapp 624 US-Dollar. Abgegeben wird hingegen ein währungsgesichertes Garantie-Zertifikat von Société Générale auf einen Rohstoffkorb (WKN SG2D7F). Das Papier hat auf Monatsbasis 11 Prozent zugelegt.
DAX
Die Stimmung der Anleger gegenüber deutschen Aktien hat sich laut der aktuellen Sentimentanalyse der Börse Frankfurt wieder deutlich verbessert. Das spiegelt sich auch im heutigen Derivatehandel wider. Zum Beispiel werden zwei Call-Optionsscheine von der Commerzbank auf den Bluechip-Index DAX (WKNs CZ5717 und CZ5718) überwiegend gekauft. Die Scheine laufen noch bis zum 14. Juni, ihre Basispreise liegen bei 6.100 bzw. 6.200 DAX-Punkten. Der Index notiert gegen Mittag mit 6.014 Punkten im Plus.
Unsere Umfrage unter 300 aktiven Investoren ergab gestern, dass sich das tief pessimistische Sentiment der Vorwoche trotz Störfaktoren, wie die Zuspitzung des Atomkonflikts zwischen USA und Iran und den weiter steigenden Ölpreis, schlagartig wieder aufgehellt hat. Die hohe Anzahl der Optimisten deutet laut Analyse aber auf ein erhöhtes Risiko im deutschen Bluechip-Index.
Gazprom
Mit Handelsstart am 19. April hat Gazprom das Austauschverhältnis für die an der Börse Frankfurt gehandelten ADRs gesenkt. Dadurch hat sich der Kurs für einen ADR um 60 Prozent verringert. Am Tag zuvor war der Wert vom Handel ausgesetzt.
Bisher bezog sich ein ADR auf 10 Gazprom-Aktien. Nun sind es vier Gazprom-Aktien pro ADR (WKN 903276). Das entspricht einem Split von eins zu zweieinhalb. Der Kurs des Gazprom-ADR wurde zur Eröffnung am 19. April entsprechend um 60 Prozent nach unten angepasst. Der Fachbegriff für diese Korrektur lautet ‚ex Kapitalmaßnahme'. Am Vortag der Kapitalmaßnahme war Gazprom fast ganztägig vom Handel ausgesetzt. Bei einer solchen Aussetzung werden bestehende Aufträge im Präsenzhandel und im elektronischen Handel zum Schutz der Anleger gelöscht. Investoren erfahren in der Regel über eine Bekanntmachung bzw. über das Xetra-Newsboard von der Aussetzung.
Missverständnisse über das Verhältnis des Splits können durch unterschiedliche Ausdrucksweisen entstehen. Im europäischen Raum spricht man im Gazprom-Fall von eins zu zweieinhalb. Jeder Anleger hat statt einer nun zweieinhalb Aktien im Depot. In den USA wird dieses Split-Verhältnis eins zu eineinhalb genannt: Zu jeder Aktie bekommen die Besitzer noch eineinhalb dazu.
ADR ist die Abkürzung für American Depository Receipt. Das sind von amerikanischen Banken begebene Hinterlegungsscheine, die das Eigentum von Aktien verbriefen. Ein ADR kann sich auf eine, mehrere oder auch nur auf einen Aktienbruchteil beziehen. ADRs werden an Börsen weltweit stellvertretend für die Originalaktie gehandelt. Bei russischen Titeln handelt es sich im Ausland grundsätzlich um Hinterlegungsscheine, da die an der Moskauer Börse notierten Wertpapiere im Ausland nicht gelistet sein dürfen. Da jederzeit der Rücktausch der Hinterlegungsscheine in die Originale verlangt werden kann, sind ADRs für Anleger zumindest rein rechtlich gesehen nicht von Nachteil.
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Quelle: Deutsche Börse AG. Beachten Sie bitte weitere Informationen und unseren Disclaimer unter http://www.boerse-frankfurt.com.
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AXC0112 2006-04-20/13:10
