Der Versandhandel des
KarstadtQuelle-Konzerns
Rund 40 Beschäftigte nutzten Middelhoffs Besuch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg zu einer Demonstration gegen "Armutslöhne" im Versandhandel des Konzerns bei gleichzeitiger Ausweitung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden. Johann Rösch von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di forderte Middelhoff auf, entsprechende Pläne rückgängig zu machen, sonst drohe ein heftiger Konflikt mit der Gewerkschaft.
Middelhoff sagte, das Versandhandelsgeschäft unterliege einem starken Wandel. Es gebe dramatische Verschiebungen weg vom klassischen Katalog und hin zur Bestellung im Internet. "Die E-Commerce-Prozesse bei Quelle und Neckermann müssen überarbeitet werden", sagte Middelhoff. Auch werde es künftig mehr als nur zwei Versandkataloge im Jahr geben.
Ziel sei es, mittelfristig jeweils die Hälfte der Erlöse über Katalog und per Internet zu erzielen. Derzeit liege das Verhältnis bei 63 zu 37 Prozent. Auch die Relation zwischen Universal- und Spezialversand sowie zwischen Inland und Ausland solle auf jeweils 50:50 verändert werden. Bisher trägt der Universalversand in Deutschland nach Middelhoffs Angaben noch zu 61 Prozent zum Versandhandelsumsatz bei.
Mit dem Stand der Restrukturierung bei den Karstadt-Warenhäusern zeigte sich Middelhoff zufrieden. Jedoch sei die Durchsetzung des Servicegedankens beim Verkaufspersonal ein "steiniger Weg". "Das ist Haus für Haus ein Kampf", sagte Middelhoff. Er kündigte zugleich an, dass es im Textilgeschäft künftig mehrere Kollektionen pro Jahr geben werde. Beim Reisekonzern Thomas Cook, der je zu 50 Prozent Lufthansa und KarstadtQuelle gehört, strebe man die komplette Übernahme an./sm/DP/she
ISIN DE0006275001
AXC0068 2006-11-03/10:37
