FRANKFURT (Dow Jones)--Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der Bank of England (BoE) dürfte in diesem Monat wieder einen Gang zurückschalten und den Leitzins unverändert lassen. So rechnen alle von Dow Jones Newswires befragten Bankvolkswirte damit, dass die BoE das gegenwärtig gültige Leitzinsniveau von 5,00% am Donnerstag bestätigen wird, nachdem sie den Reposatz im November und August jeweils um 25 Basispunkte erhöht hatte. Nach Einschätzung der meisten Experten mahnt vor allem die jüngste Wechselkursentwicklung zu mehr geldpolitischer Vorsicht. Weitere Zinserhöhungen schienen zurzeit wenig wahrscheinlich, heißt es.
So ist das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar zuletzt auf den höchsten Stand seit 14 Jahren geklettert und nicht wenige Beobachter erwarten hierdurch eine stärkere Belastung für die Exporteure. Darüber hinaus wird angemerkt, dass die Pfund-Stärke - über eine Dämpfung der Importpreise - auch zu einem geringeren Inflationsauftrieb in Großbritannien beitragen sollte.
Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend für wahrscheinlich gehalten, dass die Inflation in der kommenden Zeit schneller sinken könnte, als dies von der BoE erwartet wird. Die Notenbank verfolgt ein Inflationsziel von 2%, zuletzt hatte der Preisauftrieb auf Verbraucherebene auf Jahressicht 2,4% betragen.
Gegen eine Fortsetzung des geldpolitischen Straffungskurses sprechen nach Ansicht vieler Ökonomen auch die schon sichtbaren Anzeichen für eine Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität in Großbritannien. So war der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im November mit 52,6 Punkten auf den niedrigsten Stand seit März gefallen, gleichzeitig hatte die Produktion im verarbeitenden Gewerbe im November die schwächste Entwicklung seit über einem Jahr verzeichnet.
"Das Beste im verarbeitenden Gewerbe scheint nunmehr hinter uns zu liegen, die Pfund-Stärke dürfte in den kommenden Quartalen das Wachstum der Gesamtwirtschaft dämpfen", meint denn auch Paul Dales von Capital Economics. Caroline Newhouse-Cohen von BNP Paribas erklärt: "Nächstes Jahr dürfte sich das britische Wachstum vor allem wegen der schwächeren Weltwirtschaft abkühlen". Vor diesem Hintergrund rechnet sie damit, dass die BoE ab Jahresmitte 2007 die Zinsen wieder senken wird. Andere Beobachter sind mit solchen Prognosen noch vorsichtiger und verweisen auf die zuletzt großzügigeren Lohnabschlüsse in der britischen Wirtschaft.
DJG/DJN/ptt/apo
-0-
So ist das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar zuletzt auf den höchsten Stand seit 14 Jahren geklettert und nicht wenige Beobachter erwarten hierdurch eine stärkere Belastung für die Exporteure. Darüber hinaus wird angemerkt, dass die Pfund-Stärke - über eine Dämpfung der Importpreise - auch zu einem geringeren Inflationsauftrieb in Großbritannien beitragen sollte.
Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend für wahrscheinlich gehalten, dass die Inflation in der kommenden Zeit schneller sinken könnte, als dies von der BoE erwartet wird. Die Notenbank verfolgt ein Inflationsziel von 2%, zuletzt hatte der Preisauftrieb auf Verbraucherebene auf Jahressicht 2,4% betragen.
Gegen eine Fortsetzung des geldpolitischen Straffungskurses sprechen nach Ansicht vieler Ökonomen auch die schon sichtbaren Anzeichen für eine Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität in Großbritannien. So war der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im November mit 52,6 Punkten auf den niedrigsten Stand seit März gefallen, gleichzeitig hatte die Produktion im verarbeitenden Gewerbe im November die schwächste Entwicklung seit über einem Jahr verzeichnet.
"Das Beste im verarbeitenden Gewerbe scheint nunmehr hinter uns zu liegen, die Pfund-Stärke dürfte in den kommenden Quartalen das Wachstum der Gesamtwirtschaft dämpfen", meint denn auch Paul Dales von Capital Economics. Caroline Newhouse-Cohen von BNP Paribas erklärt: "Nächstes Jahr dürfte sich das britische Wachstum vor allem wegen der schwächeren Weltwirtschaft abkühlen". Vor diesem Hintergrund rechnet sie damit, dass die BoE ab Jahresmitte 2007 die Zinsen wieder senken wird. Andere Beobachter sind mit solchen Prognosen noch vorsichtiger und verweisen auf die zuletzt großzügigeren Lohnabschlüsse in der britischen Wirtschaft.
DJG/DJN/ptt/apo
-0-
© 2006 Dow Jones News
