Die Schweizer Großbank UBS
Die UBS-Aktie gab am Dienstag trotz der besser als erwartet ausgefallenen 2006er-Zahlen deutlich nach. Bis zum frühen Nachmittag verlor sie rund 2,5 Prozent auf 77,60 Schweizer Franken. Händler führten die Verluste vor allem auf Gewinnmitnahmen zurück. Vergangene Woche hatte die Aktie in Erwartung guter Zahlen ein neues Rekordhoch von 80,90 Franken erreicht. "Die Anleger haben die Gelegenheit genutzt, die vor den heutigen Zahlen aufgelaufenen Kursgewinne mitzunehmen", sagte ein Händler.
NEUGELDZUFLUSS AUF REKORDHOCH
Auch nach Einschätzung eines anderen Marktteilnehmers ist die Entwicklung als "sell on good news" zu interpretieren, nachdem der Titel in den letzten Wochen gut gelaufen sei. Analysten bewerteten die Jahresbilanz der Bank positiv. Die Zahlen hätten um 5 Prozent über den Konsensschätzungen gelegen, hieß es. Die Bank Vontobel nannte die Jahresbilanz "exzellent" und hob insbesondere die bemerkenswert gute Entwicklung des Investmentbanking hervor. Der Nettogewinn sei auch durch eine unerwartet niedrige Steuerquote angetrieben worden.
Der Neugeldzufluss liegt mit 151,7 Milliarden Franken ebenfalls auf einer neuen Höchstmarke, davon entfielen 113,3 Milliarden Franken auf das lukrative Geschäft mit reichen Kunden (Wealth Management). So verwaltete die UBS Ende 2006 Vermögen in der Höhe von 2,9 Billionen Franken (rund 1,8 Billionen Euro), vier Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Die Staatschulden Deutschlands beliefen sich zuletzt auf knapp 1,5 Billionen Euro.
Auch die Zahlen für das vierte Quartal 2006 sind nach Expertenansicht beeindruckend. Die größte Bank der Schweiz erwirtschaftete einen Reingewinn von 3,1 Milliarden Franken, 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei spiele das gute wirtschaftliche Umfeld eine große Rolle, hieß es. An den Finanzmärkten herrschte Hochstimmung, und das Geschäft mit Fusionen und Firmenübernahmen laufe bestens. Auch das Jahr 2007 habe gut begonnen, die UBS-Wachstumsstrategie sei solide verankert.
DIVIDENDE UND AKTIENRÜCKKAUF
Vom guten Abschluss sollen die Aktionäre erneut profitieren. Die UBS will die Dividende auf 2,20 Franken pro Aktie erhöhen. Im Vorjahr zahlte sie 1,60 Franken aus und reduzierte zudem den Nennwert um 0,30 Franken. Zudem will die UBS ein neues Aktienrückkaufprogramm von maximal zehn Prozent der ausstehenden Aktien starten. Das Programm habe gemessen am aktuellen Kurs ein Volumen von bis zu 16 Milliarden Euro. Auf der Gehaltsliste der UBS standen Ende 2006 8.571 Mitarbeiter mehr als vor Jahresfrist. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen nun 78.140 Menschen./hpd/DP/zb/sk
ISIN CH0024899483
AXC0158 2007-02-13/13:53
