Die Commerzbank-Tochter
Die Onlinebank steigerte im abgelaufenen Jahr ihren Vorsteuergewinn dank des positiven Kapitalmarktumfelds und der gestiegenen Spareinlagen um rund 62 Prozent auf 85,6 Millionen Euro. Bis 2010 soll dieser Wert auf "deutlich über 100 Millionen Euro" wachsen. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern soll sich in diesem Zeitraum von jetzt 14,3 Prozent auf mehr als 25 Prozent verbessern. Bei der Kundenzahl, die bis Ende 2006 auf 804.690 gewachsen war, peilt die Bank bis Ende 2009 ein Wachstum auf 1,3 Millionen an. "Der Markt ist unglaublich groß und wächst zweistellig."
HÖHERER KOSTENDRUCK
Allerdings dürfte der Kostendruck gleichzeitig steigen: Die Kosten-Ertrags-Relation (CIR) werde in den nächsten Jahren wegen des Wachstumsprogramms wieder bis rund 70 Prozent steigen, sagte Finanzchefin Karin Katerbau. 2006 lag der Wert bei 60,4 (2005: 68,8) Prozent. Nach 2010 sei aber mit einem Rückgang auf 60 bis 50 Prozent zu rechnen. In den kommenden drei Jahren will comdirect für ihren Wachstumskurs bis zu 150 Millionen Euro zusätzlich aufwenden. 2007 sollen davon mehr als 30 Millionen in Marketing, Vertrieb, neue Produkte und IT investiert werden.
Für das laufende Jahr wollte comdirect-Chef Carls keine Prognose nennen. "Mitte des Jahres werden wir konkretere Ziele kommunizieren." Das abgelaufene Geschäftsjahr nannte er "hervorragend". In allen drei Kompetenzfeldern habe die Bank ihr Wachstum beschleunigt. So stieg etwa die Zahl der Girokonten um mehr als 104.000 auf 260.334. Das zum Jahresende neu eingeführte Tagesgeld Plus Konto sei bei den Kunden sehr gut angekommen. In der Beratung betreute die Tochter comdirect private finance mehr als doppelt so viele Kunden wie im Vorjahr - und will die Leistungen ausbauen: Die Zahl der Geschäftsstellen soll sich in den nächsten zwei bis drei Jahren auf 30 bis 40 Geschäftsstellen fast verdoppeln.
ERHÖHUNG DER DIVIDENDE
Die Abgrenzung zur Mutter Commerzbank sieht Carls durch die zunehmenden Beratungsleistungen nicht gefährdet. "Der Commerzbank-Konzern fährt im Privatkunden-Bereich eine Zwei-Marken-Strategie", betonte er. Zwar würden sich die Geschäftsmodelle weiter verändern und die Überschneidungen größer. "Aber eine Verschmelzung wird es nicht geben - beide Modelle haben ihre Wachstumschancen." Von der Muttergesellschaft kommen laut Carls nicht einmal zehn Prozent der neuen Kunden - die Onlinebank gewinnt ihre Kunden eher von Sparkassen und Volksbanken.
Ihre Aktionäre will die Commerzbank-Tochter durch eine kräftige Erhöhung der Dividende an dem Rekordjahr des vergangenen Jahres teilhaben lassen. Die Ausschüttung soll insgesamt bei 1,40 Euro liegen nach 0,24 Euro im Vorjahr. Der Betrag setzt sich aus der Vollausschüttung des Jahresüberschusses sowie einer angekündigten Sonderdividende von einem Euro je Aktie zusammen. Unter dem Strich hatte die Onlinebank im vergangenen Jahr 57 Millionen Euro verdient und damit knapp 67 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Erträgen hatte der Provisionsüberschusses um knapp 38 Prozent auf 136,6 Millionen Euro zugelegt, der Zinsüberschuss war um 38,6 Prozent auf 88,7 Millionen Euro gestiegen./sb/zb/sk
ISIN DE0005428007 DE0008032004
AXC0166 2007-02-13/14:47
