FRANKFURT/MÜNCHEN (Dow Jones)--Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich vor dem Hintergrund der Mehrwertsteuererhöhung im Februar etwas stärker eingetrübt als erwartet. Wie das Münchener ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag im Rahmen seines monatlichen Konjunkturtests mitteilte, sank der Geschäftsklimaindex auf 107,0 Punkte, nachdem er im Vormonat bei 107,9 notiert hatte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 107,5 Punkte erwartet.
Beide Komponenten des ifo-Index verzeichneten im Februar eine schwächere Entwicklung: Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage fiel auf 111,6 Punkte, nachdem er im Vormonat bei 112,8 gelegen hatte, und die Geschäftserwartungen trübten sich auf 102,6 (Januar: 103,2) ein. Der Ergebnisse zum ifo-Index basieren auf einer Umfrage unter rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und des Einzelhandels.
Bankvolkswirte zeigten sich angesichts des zweiten Rückgangs des ifo-Index in Folge wenig beunruhigt. "Trotz der erwarteten weiteren Korrektur des ifo-Index gibt es keinen Grund zur Sorge", sagte Alexander Koch von HVB/UniCredit. Erik Sonntag, Volkswirt bei ING Financial Markets, erklärte, dass der ifo-Index weiterhin auf einem "sehr hohen" Niveau notiere, das weit über dem langjährigen Durchschnitt liege. Andere Experten betonten, dass die abermals negative Entwicklung des Geschäftsklimas nicht gegen ein leichtes Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal 2007 spreche.
An den Finanzmärkten sorgte die Veröffentlichung der Daten nur kurzzeitig für Abwärtsdruck auf die Aktienkurse, auch der Euro reagierte nur leicht schwächer und verharrte dabei weiterhin über der Marke von 1,31 USD. Der Bund-Future legte hingegen angesichts der schwächer als erwarteten Zahlen leicht zu.
Im Rahmen der ifo-Umfrage berichteten die Einzelhändler von deutlich schwächeren Geschäften. Sie gaben aber auch an, im kommenden halben Jahr wieder eine Belebung zu erwarten. Nach Ansicht der Münchener Konjunkturforscher spricht dies dafür, dass die Mehrwertsteuererhöhung nur eine vorübergehende Dämpfung bedeutet. Allerdings seien die befragten Unternehmen außerhalb des Einzelhandels nicht mehr so zuversichtlich für die kommenden Monate wie zuletzt, erklärte das ifo Institut. So fiel das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe, wobei die Unternehmen ihr Exportgeschäft weniger optimistisch beurteilten als im Januar.
Im Bauhauptgewerbe und im Einzelhandel wurde laut ifo Institut ebenfalls eine Verschlechterung des Geschäftsklimas verzeichnet. In beiden Wirtschaftsbereichen seien die Umfrageteilnehmer vor allem mit ihrer momentanen Situation deutlich unzufriedener als im Vormonat gewesen, hieß es.
ifo-Volkswirt Klaus Abberger sagte, dass der Rückgang des Geschäftsklimas kein Indiz für eine abflachende Konjunktur sei. Im ersten Quartal sei zwar eine "spürbare Reaktion" auf die Mehrwertsteuererhöhung zu sehen, die dann auch wieder "ausgestanden" sein werde. "Die Mehrwertsteuer wird ihre Spuren hinterlassen, aber momentan deutet nichts darauf hin, dass ein Gewitter aufzieht", sagte Abberger.
Vor diesem Hintergrund erklärten Bankvolkswirte, dass die schwächeren ifo-Daten die Europäische Zentralbank (EZB) von weiteren Zinserhöhungen nicht abhalten würden. ING-Ökonom Sonntag meinte, die EZB könnte den Leitzinsen schneller als erwartet auf 4,00% anheben, auch weil zuletzt aus Frankreich und Italien überraschend gute Stimmungsdaten gekommen seien.
-Von Peter Trautmann, Dow Jones Newswires, +49 (0) 69/297 52-313,
peter.trautmann@dowjones.com
DJG/ptt/apo
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Beide Komponenten des ifo-Index verzeichneten im Februar eine schwächere Entwicklung: Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage fiel auf 111,6 Punkte, nachdem er im Vormonat bei 112,8 gelegen hatte, und die Geschäftserwartungen trübten sich auf 102,6 (Januar: 103,2) ein. Der Ergebnisse zum ifo-Index basieren auf einer Umfrage unter rund 7.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und des Einzelhandels.
Bankvolkswirte zeigten sich angesichts des zweiten Rückgangs des ifo-Index in Folge wenig beunruhigt. "Trotz der erwarteten weiteren Korrektur des ifo-Index gibt es keinen Grund zur Sorge", sagte Alexander Koch von HVB/UniCredit. Erik Sonntag, Volkswirt bei ING Financial Markets, erklärte, dass der ifo-Index weiterhin auf einem "sehr hohen" Niveau notiere, das weit über dem langjährigen Durchschnitt liege. Andere Experten betonten, dass die abermals negative Entwicklung des Geschäftsklimas nicht gegen ein leichtes Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal 2007 spreche.
An den Finanzmärkten sorgte die Veröffentlichung der Daten nur kurzzeitig für Abwärtsdruck auf die Aktienkurse, auch der Euro reagierte nur leicht schwächer und verharrte dabei weiterhin über der Marke von 1,31 USD. Der Bund-Future legte hingegen angesichts der schwächer als erwarteten Zahlen leicht zu.
Im Rahmen der ifo-Umfrage berichteten die Einzelhändler von deutlich schwächeren Geschäften. Sie gaben aber auch an, im kommenden halben Jahr wieder eine Belebung zu erwarten. Nach Ansicht der Münchener Konjunkturforscher spricht dies dafür, dass die Mehrwertsteuererhöhung nur eine vorübergehende Dämpfung bedeutet. Allerdings seien die befragten Unternehmen außerhalb des Einzelhandels nicht mehr so zuversichtlich für die kommenden Monate wie zuletzt, erklärte das ifo Institut. So fiel das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe, wobei die Unternehmen ihr Exportgeschäft weniger optimistisch beurteilten als im Januar.
Im Bauhauptgewerbe und im Einzelhandel wurde laut ifo Institut ebenfalls eine Verschlechterung des Geschäftsklimas verzeichnet. In beiden Wirtschaftsbereichen seien die Umfrageteilnehmer vor allem mit ihrer momentanen Situation deutlich unzufriedener als im Vormonat gewesen, hieß es.
ifo-Volkswirt Klaus Abberger sagte, dass der Rückgang des Geschäftsklimas kein Indiz für eine abflachende Konjunktur sei. Im ersten Quartal sei zwar eine "spürbare Reaktion" auf die Mehrwertsteuererhöhung zu sehen, die dann auch wieder "ausgestanden" sein werde. "Die Mehrwertsteuer wird ihre Spuren hinterlassen, aber momentan deutet nichts darauf hin, dass ein Gewitter aufzieht", sagte Abberger.
Vor diesem Hintergrund erklärten Bankvolkswirte, dass die schwächeren ifo-Daten die Europäische Zentralbank (EZB) von weiteren Zinserhöhungen nicht abhalten würden. ING-Ökonom Sonntag meinte, die EZB könnte den Leitzinsen schneller als erwartet auf 4,00% anheben, auch weil zuletzt aus Frankreich und Italien überraschend gute Stimmungsdaten gekommen seien.
-Von Peter Trautmann, Dow Jones Newswires, +49 (0) 69/297 52-313,
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