pressetext.de: Frankfurt/Main (pte/03.03.2007/10:30) - Suppen-Kaspar, Zappel-Philipp, Daumenlutscher: Eine bis 4. November laufende Sonderausstellung im neu eröffneten "Struwwelpeter"-Museum in Frankfurt/Main http://www.struwwelpeter-museum.de befasst sich intensiv mit den bestens bekannten Figuren aus dem gleichnamigen Kinderbuch-Klassiker. Schöpfer der Geschichten ist der in der Hessen-Metropole geborene Heinrich Hoffmann (1809 -1894), der als Lyriker, Autor und vor allem als erfolgreicher Arzt und Psychiater sein Geld verdiente. Dazu war er als Gründer zahlreicher bürgerlicher Vereine bekannt und galt als humorvoller Festredner. Bis heute liegen die Episoden rund um den "Struwwelpeter" in fast 40 Sprachen und knapp 60 Dialekten vor, exotische Übersetzungen reichen von Afrikaans über Chinesisch bis zu Rätoromanisch. Die Schau unter dem Titel "Dr. Heinrich Hoffmanns Familienschätze" greift auch die kontroverse Diskussion um eines der umstrittensten Kinderbücher der Welt auf - der Flammentod von Paulinchen mit dem Feuerzeug, der brutale Tierquäler Friederich oder der fast ertrunkene Hans-Guck-in-die-Luft sind für sensible Seelen nicht gerade leicht verdaulich.In den nun auf rund 450 Quadratmeter Fläche angewachsenen Räumlichkeiten in einer Jugendstilvilla im noblen Stadtteil Westend präsentieren die Organisatoren außerdem zahlreiche Originalzeichnungen, Skizzenbücher, Gemälde, persönliche Dokumente sowie weitere Erstausgaben von Hoffmann. Träger des Museums ist die "frankfurter werkgemeinschaft e.V." ein Sozialwerk für psychisch erkrankte und behinderte Menschen. Viele der Exponate, die von der Erbenfamilie Hessenberg als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden, lassen sich auf Grund ihrer Lichtempfindlichkeit nur kurze Zeit bestaunen. "Wir wollen ein Anziehungspunkt für Kinder und Erwachsene, aber auch für Literaturforscher und Sammler sein. Immerhin verfügen wir über die weltweit größte Sammlung zu dieser ganz eigenwilligen Figur", sagt Museumsleiterin Beate Zekorn-von-Bebenburg gegenüber pressetext. Seit der Revolutionszeit von 1848 begleiten historisch interessante Imitationen, Parodien und Karikaturen das Zeitgeschehen und illustrieren die Popularität des Bestsellers. Sprüche wie "Nein, meine Suppe ess ich nicht!" oder "Und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum" sind weit geläufige Zitate.Die Entstehung des "Struwwelpeter" mit seinen gefährlich langen Fingernägeln und der ungepflegten Frisur geht übrigens auf mehrere Zufälle zurück: Vor dem Weihnachtsfest 1844 hatte sich Hoffmann einst auf die Suche nach einem geeigneten Kinderbuch für seinen damals dreijährigen Sohn Carl Philipp begeben. Da er aber nicht fündig geworden war, machte sich der Vater selbst an die Arbeit und ließ seiner Phantasie in einem leeren Schreibheft freien Lauf - das äußerst kreative Büchlein lag wenig später pünktlich unter dem Tannenbaum. Kurz darauf bekam es der Verleger Zacharias Löwenthal zu Gesicht, der die Besonderheit der ungewöhnlichen Materie und moralischen Aussagen rasch erkannt hatte und Hoffmann zur Veröffentlichung riet. Nach gewissem Zögern kam dessen Zustimmung, allerdings ließ er die erste Auflage unter dem Pseudonym "Reimerich Kinderlieb" erscheinen. Im Herbst 1845 landeten die ersten 3.000 Exemplare der Erstausgabe auf dem Markt, danach trat das Buch seinen bekannten Siegeszug durch deutsche Kinderzimmer an. (Ende)
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