Washington (BoerseGo.de) - Gemäß dem International Food Policy Research Institute gehen die Nahrungsmittelpreise nach Jahren der Rückläufigkeit weltweit nach oben. Der Grund für die Umkehr ist vor allem im Klimawandel und härter werdender Bedingungen für Ernteerträge zu suchen. Neben den weltweit anziehenden Temperaturen bringe der steigende Nahrungsmittelverbrauch in wirtschaftlich rasch wachsenden Ländern wie China und Indien das weltweite Nahrungsmittelsystem unter Druck. Dadurch sei auf absehbarer Zeit von steigenden Nahrungsmittelpreisen auszugehen.
Unter Berufung auf den Direkter des International Food Policy Research Institute, Joachim von Braun, gingen die Nahrungsmittelpreise über eine Periode von Jahrzehnten nach unten, nachdem hoch ertragsreiche Fertigungsanlagen ins Leben gerufen worden sind. Aber die Tage fallender Nahrungsmittelpreise ist nun vorüber. Das letzte Mal, dass die Welt einen solchen Anstieg der Nahrungsmittelpreise wie zur Gegenwart erlebte war zwischen 1973 und 1974. Aber die heutige Situation sei gegenüber damals völlig differenziert zu sehen. So belaste nun insbesonders das Risiko durch Klima bzw die zunehmende Gefahr einer klimatisch veränderten Situation. Als Folge könnten Hunger und Mangelernährung in landwirtschaftlich schwachen Regionen wie vor allem in Afrika zunehmen. Gleichzeitig nehme die Abhängigkeit jener Gebiete von Lebensmitteleinfuhren zu, zumal die Ernteerträge insbesonders in diesen Ländern vor dem Schwinden stehen.
Bis 2020 sei infolge der Klimaerwärmung mit einer weltweiten Abnahme der landwirtschaftlichen Produktion um 16 Prozent zu rechnen. In Afrika könnte die Möglichkeit des Weizenanbaus fast völlig abhanden kommen. Darüberhinaus mindere die zunehmende Verwendung von Ernteerträgen zur Treibstoffgewinnung den Vorrat an verfügbaren Lebensmitteln, was die Preise wiederum nach oben treibt, heißt es weiter in dem Bericht.
