Am Ölmarkt gewannen am Freitag nach enttäuschenden US-Konjunkturdaten Rezessionsängste die Oberhand und setzten die Preise stark unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im März kostete am Abend 90,17 US-Dollar und damit 1,58 Dollar weniger als am Vortag. Die Aussicht auf eine OPEC-Förderkürzung im weiteren Jahresverlauf hatte den Ölpreisrückgang am Mittag nur vorübergehend gestoppt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank um 1,54 Dollar auf 90,67 Dollar.
Der überraschende Rückgang der Beschäftigungszahlen in den USA im Januar schürte laut Händlern erneut Rezessionsbefürchtungen. "Die Beschäftigungsentwicklung wirft die Frage auf, wie hoch die Nachfrage im ersten Halbjahr 2008 tatsächlich sein wird", sagte Experte James Cordier von der Liberty Trading Group. Die Wirtschaftslage trübe sich schneller als erwartet ein. Mit einer kräftigen Abschwächung in den USA sinkt generell auch die Nachfrage nach dem Schmierstoff der Wirtschaft.
Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ließ ihre Förderquoten am Freitag wie allgemein erwartet vorläufig unverändert. Das Kartell schloss eine Drosselung ihrer Förderung in diesem Jahr aber nicht aus. Die OPEC werde die Entwicklung angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA sorgfältig beobachten, sagte der amtierende OPEC-Präsident Chakib Khelil. Man gehe davon aus, dass dort die Nachfrage wegen der konjunkturellen Abschwächung sinken werde.
Der Preis für Rohöl der OPEC ist unterdessen am Donnerstag gesunken. Nach Angaben des OPEC-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel aus den OPEC-Fördergebieten durchschnittlich 88,10 Dollar. Das waren 67 Cent weniger als am Mittwoch. Die OPEC berechnet ihren so genannten Korbpreis auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./jha/wiz
AXC0165 2008-02-01/17:53
