DJ UPDATE: Lufthansa schüttet 2007 höhere Dividende aus
(NEU: Details, Hintergrund, Aktienkurs) Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Lufthansa AG hat im abgelaufenen Jahr ihr Konzernergebnis deutlich gesteigert und bedenkt ihre Aktionäre mit einer entsprechend höheren Dividende. Operativ erreichte der Luftfahrtkonzern sein Gewinnziel.
Die Aktie erhöhte sich nach der überraschenden Veröffentlichung um 5,2%. Den steigenden Aktienkurs führen Händler auch auf den hohen Ausschüttungsvorschlag zurück. "Die Dividendenrendite stützt stark", sagte ein Marktteilnehmer. Gemessen an den Kursen vor der Veröffentlichung betrage die Rendite etwa 8%, damit liege sie deutlich über den Renditen am Anleihenmarkt. Um 12.57 Uhr notiert die Aktie bei 16,08 EUR, ein Plus von 5,6%.
Lufthansa hat 2007 den Umsatz auf 22,4 (19,8) Mrd EUR gesteigert. Die Analysten waren im Konsens auf 22,176 Mrd EUR gekommen. Das operative Ergebnis wurde auf 1,378 (0,845) Mrd EUR erhöht, was ebenfalls über den Prognosen der Analysten von im Mittel 1,315 Mrd EUR lag. Der Lufthansa-Vorstand selbst hatte rund 1,3 Mrd EUR prognostiziert.
Das Konzernergebnis stellte sich auf 1,655 (0,803) Mrd EUR. Lufthansa begründete den starken Anstieg mit den Erträgen aus dem Portefoliomanagement, d.h. vor allem mit dem Verkauf der 50-prozentigen Beteiligung an dem Reisekonzern Thomas Cook. Analysten hatten mit einem Wert von 1,671 Mrd EUR gerechnet.
Auch bei der Dividendenschätzung lagen die Analysten unter dem Vorschlag des Lufthansa-Vorstandes. Dieser plant eine um 0,55 EUR höhere Ausschüttung von 1,25 (0,70) EUR. Die Analysten erwarteten im Schnitt 1,16 EUR je Aktie. Nur Per-Ola Hellgren, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg, hatte eine Dividende von 1,50 EUR für möglich gehalten. Er hatte sich eigenen Angaben zufolge bei seiner Schätzung an Aussagen des Lufthansa-Vorstandes orientiert, jedes Jahr rund 40% des Gesamtergebnisses an die Aktionäre geben zu wollen.
Hellgren hatte ein Ergebnis nach Steuern und nach Anteilen Dritter von 1,747 Mrd EUR für möglich gehalten. Dabei würden 1,244 Mrd EUR aus den fortzuführenden Bereichen stammen und 503 Mio EUR von Thomas Cook. 40% dieses Gesamtergebnisses seien 1,50 EUR je Aktie, hatte Hellgren errechnet.
Der Lufthansa-Finanzvorstand hatte sich im Vorfeld zur Dividende für 2007 nicht im Detail geäußert. Bei der Vorlage der Neunmonatszahlen am 25. Oktober hatte Stephan Gemkow allerdings erklärt, dass die Aktionäre am erfolgreichen Verlauf des Geschäftsjahres entsprechend beteiligt werden sollen. Auf die Frage nach der Ausschüttungshöhe sagte er damals, dass im Vergleich zum Vorjahr schon noch "ein bisschen" gehen werde.
Ein Analyst des französischen Bankhauses Cheuvreux nannte die Zahlen von Lufthansa "in line". Der Umsatz und das operative Ergebnis 2007 hätten leicht über den Konsensprognosen gelegen, während die Dividende deutlich höher als erwartet ausgefallen sei. Die Januar-Verkehrszahlen der Lufthansa seien exzellent ausgefallen, und ließen auf ein gutes erstes Quartal bei dem Konzern hoffen.
Mit Blick auf das Kursplus sagte der Experte von Cheuvreux, dies sei eine Erleichterungsrally. Wegen des gestiegenen Ölpreises seien die Investoren sonst eher negativ gegenüber dem gesamten Luftfahrtsektor eingestellt. Wenn ein Konzern dann gute Zahlen vorlege, stelle sich bei den Investoren ein Gefühl der Erleichterung ein.
Auch Hartmut Moers von Sal. Oppenheim nannte die Zahlen der Lufthansa "in line". Die Konsensprognosen seien beim Umsatz und operativen Ergebnis leicht übertroffen worden. Die deutliche Anhebung der Dividende bezeichnete der Experte als "klares Signal" des Managements, von der Nachhaltigkeit der Konzernstrategie überzeugt zu sein. Dies sorge auch für das Kursplus am Berichtstag. Mit Blick auf das erste Quartal 2008 fügte er hinzu, dürfte sich die gute Performance der Fluggesellschaft fortsetzen.
Detaillierte Informationen zum Jahresabschluss 2007 will Lufthansa während der Bilanzpresse- und Analystenkonferenz am 12. März 2008 veröffentlichen. Bereits im abgelaufenen Jahr hatte Lufthansa einige Wochen vor der Bilanzpressekonferenz vorläufige Zahlen herausgegeben.
Einen Ausblick für das laufende Jahr gab der Lufthansa-Vorstand nicht. Diesen erwarten Analysten am 12. März. Bislang hat sich der Finanzvorstand für 2008 optimistisch gezeigt und gesagt, dass das Wachstum der Airline mit dem Marktwachstum im Einklang stehen werde. Außerdem hatte er mitgeteilt, dass auf Grund der Unternehmenssteuerreform in Deutschland die Steuerquote im laufenden Jahr auf 25% von zuvor 35% sinken werde.
Webseite: http://lufthansa-financials.com -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com (Frances Palgrave hat an diesem Beitrag mitgewirkt) DJG/kib/pal/nas
(END) Dow Jones Newswires
February 26, 2008 07:03 ET (12:03 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.
