Der Schweizer Pharmakonzern Novartis
Der Roche-Konkurrent
NOVARTIS ÜBERRASCHT MIT ZAHLENWERK
Nach einer positiven Überraschung im Auftaktquartal 2008 konnte der Schweizer Pharmakonzern auch im zweiten Jahresviertel sowohl Umsatz wie auch Ergebnis deutlich steigern: Das operative Ergebnis (EBIT) habe sich in US-Dollar um 17 Prozent auf 2,461 Milliarden Dollar verbessert, teilte der Pharmakonzern am Donnerstag in Basel mit. Von der Partneragentur AWP befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 2,176 Milliarden Dollar gerechnet. Der Konzernumsatz stieg um 14 Prozent auf 10,726 Milliarden Dollar, während der Überschuss von einem höheren Finanzergebnis angetrieben wurde und um 17 Prozent auf 2,266 Milliarden Dollar anzog.
Im zweiten Quartal erzielte Novartis bei Sandoz in Dollar ein Umsatzplus von 13 Prozent auf 1,948 Milliarden Dollar - in lokalen Währungen verzeichnete der Konzern dagegen nur einen Anstieg von 2 Prozent. Das operative Ergebnis der Sparte stagnierte in lokalen Währungen mit 246 Millionen Dollar fast auf Vorjahresniveau (243 Mio. USD). Während Märkte wie Russland und Polen "robuste Ergebnisse" zeigten, sackte der Nettoumsatz in den USA wegen der weiterhin geringen Zahl von Neueinführungen in lokalen Währungen um 11 Prozent ab.
Die Division Pharmaceuticals konnte laut Novartis die Auswirkungen der Herausforderungen des Jahres 2007 in den USA durch Generika überwinden und die eigenen Wachstumserwartungen übertreffen. "Ab dem vierten Quartal wird für Pharmaceuticals ein Quartals-Nettoumsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Lokalwährungen erwartet", heißt es in dem Bericht weiter. In der Sparte verbuchte Novartis im zweiten Quartal einen Umsatz von 6,928 Milliarden Dollar (VJ: 6,065). Der 3-prozentige Umsatzrückgang in den USA infolge billiger Generika für vier Produkte und der Verlust des Reizdarmmittels Zelnorm konnte nach Novartis-Aussagen mehr als wett gemacht werden. Das Impfstoff- und Diagnostics-Geschäft legte in lokalen Währungen um 19 Prozent auf 322 Millionen Dollar zu.
Auch die durch das Sparprogramm "Forward" angestrebten Einsparungen scheinen zu greifen: Etwa 65 Prozent der für 2008 angestrebten Kostenersparnisse von 670 Millionen Dollar seien bereits realisiert. Insgesamt will Novartis bis zum Jahr 2010 nach früheren Aussagen Kosteneinsparungen von 1,6 Milliarden Dollar einsparen.
ANALYST: SOLIDER ZAHLENKRANZ
Einig sind sich die Analysten darin, dass Novartis mit der Bilanz die Markterwartungen erneut übertroffen hat. "Ein grundsolider Zahlenkranz", schreibt das Bankhaus Wegelin. Erfreulich sei die Margenverbesserung im Pharmageschäft, aber auch die weitere Umsatzunahme bei den "Blockbustern" Diovan (Blutdruckmittel) und Glivec (Krebsmittel) sowie bei Femara (Krebsmittel) und Lucentis (Augenmittel). Im zweiten Quartal wies Novartis einen Anstieg der operativen Gewinnmarge von 29,1 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 31,4 Prozent aus.
Als einzige Enttäuschung macht Wegelin den Verzicht auf ein neuerliches Zulassungsgesuch für das potenzielle Blockbuster-Produkt Galvus in den USA aus. Derzeit sei kein erneuter Zulassungsantrag für das Mittel gegen die Zuckererkrankung (Diabetes) geplant, teilte Novartis mit. Die amerikanische Gesundheitsbehörde "Food and Drug Administration" (FDA) hatte im Februar vergangenen Jahres eine Zulassungsempfehlung für Galvus ausgesprochen, jedoch zusätzliche Daten aus klinischen Studien angefordert. Novartis erhoffte sich nach früheren Aussagen von dem Mittel einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar./ep/tw
ISIN CH0012005267
AXC0060 2008-07-17/10:43
