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GMAC vergab 22% weniger Autokredite im 3. Quartal

DJ GMAC vergab 22% weniger Autokredite im 3. Quartal

Von Olaf Ridder

DOW JONES NEWSWIRES

NEW YORK (Dow Jones)--GMAC Financial Services hat in den Monaten Juli bis September weltweit rund ein Fünftel weniger Autokredite vergeben als noch ein Jahr zuvor und damit direkt zur Verschärfung der Absatzkrise von Weltmarktführer General Motors beigetragen. Der US-Finanzkonzern muss sein Kreditprogramm wegen anhaltender Refinanzierungsschwierigkeiten weiter zurückführen, wie er am Mittwoch ankündigte. Im dritten Quartal sei die Zahl der ausgereichten Autokredite um 22% gesunken. GMAC ist die Hausbank von GM und Opel.

Bei General Motors hat diese Verknappung direkt auf den Absatz durchgeschlagen. Allein im Oktober gingen die Verkäufe auf dem Heimatmarkt um 45% zurück. Die verschärften Kreditbedingungen bei GMAC - nur noch Interessenten mit Topbonität erhalten Finanzierungen - haben GM nach eigener Einschätzung im vergangenen Monat verhindert, dass weitere 45.000 bis 60.000 Fahrzeuge verkauft werden konnten.

General Motors war im Oktober deutlich unter die Marke von 200.000 verkauften Einheiten in den USA gesackt und hatte somit den größten Absatzverlust aller Hersteller auf dem Heimatmarkt verzeichnet. Angesichts der weiteren Einschränkungen bei der Hausbank stellt sich die Frage, ob GM noch eine Chance hat, den Trend umzukehren.

Der US-Konzern legt am Freitag seine Zahlen vor. Die Verluste, die sich nach dem ersten Halbjahr auf 18 Mrd USD summierten, dürften sich im zurückliegenden Quartal noch ausgeweitet haben. Analysten halten es für möglich, dass der Konzern von Juli bis September 5 Mrd USD Liquidität verbraucht hat. In der ersten Jahreshälfte hatte GM 6,3 Mrd USD verbrannt.

Die angekündigten Maßnahmen, die eine Kostensenkung von 10 Mrd USD und den Verkauf von Vermögenswerten im Volumen von 5 Mrd USD vorsehen, dürften nicht ausreichen, um die Finanzprobleme in den Griff zu bekommen. Am Freitag will GM seine Mitarbeiter über weitere Maßnahmen informieren, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Die GMAC-Führung räumte am Mittwoch ein, dass Kreditkürzungen die Situation für GM verschärft haben: "Wir mussten schmerzhafte Entscheidungen treffen", sagte CFO Rober Hull. Doch habe GMAC angesichts der Kreditklemme keine andere Wahl gehabt. GMAC hoffe, dass die Einschnitte vorübergehender Natur seien.

Um die eigene Kapitalbasis zu verbessern hat sich GMAC in den vergangenen zwei Wochen über das Commercial-Paper-Programm 5 Mrd USD frische Mittel bei der US-Notenbank Fed besorgt. Alle drei großen Autofinanzierer in den USA sind für das Programm zugelassen.

Der Mutter GM beschert die einstige Cash-Cow im dritten Quartal noch mehr Verlust als vor einem Jahr. So kletterte der Fehlbetrag auf 2,5 (1,6) Mrd USD, überwiegend wegen neuerlicher Ausfälle bei der Hypothekentochter Residential Capital (ResCap). Doch auch die Autofinanzierung selbst rutschte mit 294 Mio USD in die roten Zahlen. Noch vor einem Jahr waren hier 554 Mio USD Überschuss verbucht worden.

GM wird den Verlust anteilig in der eigenen Bilanz verbuchen. Der US-Hersteller hält noch 49% an GMAC. 51% besitzt Chrysler-Eigentümer Cerberus Capital Management, der mit GM über eine Fusion mit Chrysler verhandelt.

GM-Händler fürchten unterdessen die psychologischen Folgen der Kreditverknappung. Der Absatzrückgang sei weniger Problemen einzelner Kunden mit ihrer Fahrzeugfinanzierung geschuldet, sagte Jerry Seiner aus Salt Lake City dem "Wall Street Journal". Wer nicht glaube, überhaupt ein Auto finanzieren zu können, komme erst gar nicht in die Verkaufsräume, sagte er. "Und das trifft uns mehr als alles andere".

Webseiten: http://www.gmacfs.com/ 
              http://www.gm.com/ 
              http://www.cerberuscapital.com 
              http://www.wsj.com/ 
 
   -Von Olaf Ridder, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 111, 
   unternehmen.de@dowjones.com 
   (Sharon Terlep und Aparajita Saha-Bubna haben zu dem Bericht beigetragen) 
    DJG/DJN/rio/cbr 

(END) Dow Jones Newswires

November 06, 2008 06:10 ET (11:10 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

© 2008 Dow Jones News
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