DJ Chinas Stahlverband fordert Boykott von BHP, Vale und Rio Tinto
SHANGHAI (Dow Jones)--Der chinesische Eisen- und Stahlverband hat die heimischen Unternehmen zu einem zweimonatigen Boykott von BHP Billiton Ltd, Vale SA und Rio Tinto PLC bei Eisenerzimporten aufgerufen. Mit dem Kaufstopp für Eisenerz dieser drei Konzerne sollen die chinesischen Unternehmen gegen Preisabsprachen protestieren, sagte der Generalsekretär der China Iron and Steel Association, Shan Shanghua, am Samstag der Zeitung "Securities Times". Der Importstopp von Eisenerz dieser Konzerne werde durch die hohen Lagerbestände des Rohstoffs ermöglicht.
Der chinesische Eisen- und Stahlverband will Kreisen zufolge die Erzpreise weiterhin nur einmal im Jahr festlegen. Wie die Zeitung "Shanghai Securities News" am Samstag weiter unter Berufung auf eine mit der Materie vertraute Person berichtet, stellt sich der Verband damit gegen die jüngste Praxis, einjährige Lieferverträge zugunsten kurzfristigerer Kontrakte aufzugeben.
Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale und der australische Bergbaukonzern BHP Billiton waren zuletzt dazu übergegangen, ihre Eisenerzkontrakte vierteljährlich festzulegen. Damit wurde die Praxis einjähriger Lieferverträge für den Rohstoff erstmals seit Jahrzehnten gebrochen.
Mit dem Boykott-Aufruf will der Verband gegen die "unvernünftigen Forderungen nach Preiserhöhungen" sowie gegen den Schritt hin zu einem vierteljährlichen Preissetzungssystem protestieren, sagte Shan. Der australische Handelsminister kritisierte den Aufruf des chinesischen Stahlverbands. China solle sich nicht am Markt für Eisenerz einmischen, die Preise sollten vom Markt bestimmt werden, sagte Simon Crean am Montag ABC News.
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DJG/DJN/kth
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April 05, 2010 08:04 ET (12:04 GMT)
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