DJ US-Anleihen im späten Geschäft leichter - Inflation Hauptsorge
NEW YORK (Dow Jones)--Die Notierungen der US-Staatsanleihen haben ihren Abwärtskurs auch am Freitag fortgesetzt und im späten New Yorker Geschäft leichter tendiert. Erneut waren es Inflationsängste, die den US-Anleihemarkt belasteten. Zehnjährige Staatsanleihen mit einem Kupon von 3,625% verloren 9/32 auf 100-12/32 und rentierten mit 3,58%. Für den mit 4,750% verzinsten Longbond ging es um 12/32 abwärts auf 101-24/32., seine Rendite stieg damit auf 4,64%.
Anleger hätten immer mehr die Befürchtung, dass der US-Notenbank mit dem Fehlen eines zeitlich klar fixierten Ausstiegsszenarios aus der ultralockeren Geldpolitik die Inflationsentwicklung entgleite, so Stimmen aus dem Handel. Dieser Eindruck habe sich nach der Zinserhöhung der Europäischen Notenbank und dem von einem Höchststand zum nächsten eilenden Ölpreis noch verschärft. Zuletzt hatten langfristige Inflationserwartungen am Markt für inflationsindexierte Staatsanleihen und andere Wertpapiere den höchsten Stand seit August 2006 erreicht.
"Das sture Festhalten der Fed an der Sicht eines vorübergehenden Preisdrucks ausgelöst durch den Rohstoffmarkt wird immer mehr in Frage gestellt. Dies gilt auch für die Glaubwürdigkeit der Fed vor dem Hintergrund einer handelnden EZB, die ihrer Rolle als Wahrerin der Preisstabilität gerecht wird", sagte Martin Mitchell, leitender Rentenhändler bei Stifel Nicolaus. Belastend wirkten sich auch die angekündigten Neuemissionen im Umfang von 66 Mrd USD aus, die in der kommenden Woche platziert werden sollen, hieß es weiter.
Als weiteren Unsicherheitsfaktor machten Marktteilnehmer aber auch die prekäre Haushaltssituation der Regierung aus. Republikaner und Demokraten stritten sich über das neue Haushaltsbudget. Sollte es hier bis Freitagmitternacht (Ortszeit) keine Einigung geben, droht der Regierung eine Haushaltssperre mit der temporären Schließung von Bundeseinrichtungen und -behörden. "Die Unsicherheit und die Perspektive eines konjunkturellen Rückschlages im Falle einer Haushaltssperre mag die US-Anleihen ja kurzfristig stützen. Sollte sich die Sache aber hinziehen, dürften sich Anleger kaum für diese Vermögensklasse begeistern", sagte Russ Certo, leitender Rentenhändler bei Gleacher & Co.
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April 08, 2011 17:19 ET (21:19 GMT)
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