Unerwartet gute Geschäftszahlen haben den
Titeln von Hochtief
Der Gewinn vor Steuern von Hochtief brach zwar im Zeitraum von April bis Juni ein. Damit übertraf das Unternehmen jedoch die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Verlust gerechnet hatten. Auch ansonsten fiel das Fazit der Marktteilnehmer zu den Geschäftszahlen positiv aus. Ein Pluspunkt sei zum Beispiel, dass sich Deutschlands größter Baukonzern beim Verkauf seines Flughafen-Geschäfts auf einem guten Weg sieht, meinte ein Händler.
VERLUST BEI LEIGHTON GERINGER ALS BEFÜRCHTET
Viele Analysten zeigten sich ebenfalls zufrieden. So schrieb etwa Norbert Kretlow von der Commerzbank, dass der Verlust bei der australischen Tochter Leighton geringer als von ihm befürchtet ausgefallen sei. Die Höhe der Buchgewinne aus der möglichen Veräußerung von Flughafen-Beteiligungen jedoch sei immer noch äußerst ungewiss. Dennoch hielt er an seinem "Add"-Votum für die Hochtief-Papiere mit einem Kursziel von 59,00 Euro fest.
Analyst Frank Laser von Warburg Research urteilte, dass die Quartalszahlen etwas besser als von ihm prognostiziert ausgefallen seien. Allerdings fügte er hinzu, dass das operative Ergebnis nicht von dem steigenden Umsatzvolumen profitieren konnte, da diese Gewinngröße erneut signifikant durch verschiedene Einmalbelastungen wegen mehrerer Wertberichtigungen bei der Leighton Group beeinträchtigt wurde. Dieser negative Einmaleffekt überlagere die solide operative Performance der anderen Segmente. So hätten der Gewinn verschiedener Großprojekte in der Region Americas und solide Volumina im europäischen Geschäftssegment maßgeblich zu dem Umsatzanstieg beigetragen. Insofern empfahl Laser die Hochtief-Papiere weiterhin zum Kauf. Sei Ziel liegt bei deutlich höheren 85,00 Euro.
FOKUS AUF VERKAUF DES FLUGHAFENGESCHÄFTS
"Buy" lautet ebenfalls die Empfehlung von Ingbert Faust, Analyst bei der Frankfurter Investmentbank Equinet. Sein Kursziel beträgt 70,00 Euro. Die Resultate zum zweiten Quartal des Baukonzerns hätten seinen Erwartungen weitgehend entsprochen, die aber auch nicht sehr ambitioniert gewesen seien. Als wichtigste Aufgabe für die Zukunft bezeichnete der Experte den angestrebten Verkauf des Flughafen-Geschäftes.
Bei diesem Projekt sieht sich Hochtief indes auf einem guten Weg. "Wir sind mit dem bisherigen Verlauf des Verfahrens sehr zufrieden und wollen die Transaktionen wie geplant bis zum Jahresende abschließen", sagte Vorstandschef Frank Stieler laut Pressemitteilung. Bislang fährt das Unternehmen zweigleisig und prüft neben einem Verkauf auch einen Börsengang des Geschäftsbereichs.
WESTLB HÄLT AN KAUFEMPFEHLUNG FEST
Analyst Ralf Dörper von der WestLB glaubt indes trotz einer von ihm erwarteten guten Gewinnentwicklung im zweiten Halbjahr nicht, dass es der Baukonzern 2011 weit über die Gewinnschwelle schaffen werde - es sei denn, der geplante Verkauf der Sparte Concessions komme voran. Hochtief hat das Flughafen-Geschäft in diesem Geschäftsfeld gebündelt. Die Erlöse aus dessen Verkauf und eine Erholung der Australien-Tochter Leighton dürften im Gegensatz zur operativen Entwicklung des Konzerns insgesamt den Aktienkurs von Hochtief bestimmen. Derweil empfiehlt der Fachmann die Papiere weiterhin zum Kauf./la/ag
ISIN DE0006070006
AXC0085 2011-08-17/11:01
