Die gestrigen Aussagen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet führten weniger zu einer Beruhigung der Märkte, sondern eher zu einem erneuten Abstürzen des Euros. Und Volker Brokelmann von der HSH Nordbank kann sich sogar vorstellen, dass der Euro noch weiter abstürzen könnte. "Das ist wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange," meint der Experte. Wie weit es mit dem Euro nach unten gehen könnte, ob man überhaupt in den Euro investieren sollte, das erfahren Sie hier...
Bei der gestrigen EZB-Sitzung sprach Jean-Claude Trichet folgende Punkte an: es bestehe nach wie vor ein erhöhtes Konjunkturrisiko. Zugleich verwies der EZB-Chef aber auf den verbesserten Inflationsausblick für die Eurozone. Er beurteilt Inflationsrisiken als "ausbalanciert." Daher hat die EZB ihre Wachstums- und Inflationsprognosen abgesenkt. Für 2012 erwartet man jetzt ein Wirtschaftswachstum in der Spanne von 0,4 bis 2,2 Prozent und eine Inflationsrate in der Spanne von 1,2 bis 2,2 Prozent. Der dritte Punkt auf der Liste Trichets lautete: keine weitere Leitzinsanhebung mehr. Die Liquiditätsversorgung für die Banken soll beibehalten werden. "Und mein Fazit daraus ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung gleich Null ist und die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung tatsächlich demnächst größer werden wird," so Brokelmann von der HSH Nordbank. Diese Aussagen haben den Euro massiv unter Druck gesetzt. "Das ist wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange," meint der Experte weiter.
Ebenfalls impulslos erwies sich das von US-Präsident Obama gestern Abend vorgestellte neue Programm zur Belebung von Konjunktur und Arbeitsmarkt. Der Widerstand der Opposition gilt als sicher, denn im anstehenden Präsidentschaftswahlkampf werden die Republikaner kein Wiedererstarken Obamas in den Meinungsumfragen sehen wollen, so dass Blockaden, Abschwächungen und Verzögerungen der Maßnahmen im Repräsentantenhaus zu erwarten sind, so die Meinung der HSH Nordbank. Dieses Programm werde so nie zur Umsetzung kommen, legt Brokelmann noch einen Schnaps drauf.
Wie es mit dem Euro weiter geht und warum Brokelmann unabsehbare Risiken vermutet - das erfahren Sie in diesem Interview.
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