Europas größter Softwarehersteller SAP
Die Börse reagierte eher enttäuscht auf die SAP-Zahlen, auch wenn Analysten nicht von Überraschungen sprachen. Beim Gewinn hatten die Experten den Walldorfern ein wenig mehr zugetraut. Die Papiere verbrachten den Vormittag im Minus und drehten erst gegen 13.30 Uhr ins Plus und notierten um 0,3 Prozent höher mit 49,43 Euro.
Erstmals weist das Unternehmen Umsätze mit der sogenannten Cloud aus, in der Kunden online auf SAP-Anwendungen zugreifen. Die wichtige Zukunftssparte war für die Walldorfer vor einem Jahr mit vier Millionen Euro Erlösen kaum erwähnenswert gewesen - nun sind es schon 29 Millionen Euro. Ende 2011 hatte SAP den milliardenschweren Zukauf des Cloud-Experten SuccessFactors aus den USA auf den Weg gebracht.
"Damit sind wir jetzt groß in der Cloud geworden", sagte Co-Chef Jim Hagemann Snabe am Mittwoch in einem Interview des Senders n-tv. Immer mehr Kunden wollten SAP in der Wolke. Ein Anzeichen für den fruchtbaren Zukauf sei das um 69 Prozent gesteigerte Neugeschäft von SuccessFactors. "Dabei hat SuccessFactors erheblich zum Wachstum unseres Cloud-Geschäfts beigetragen", sagte Finanzchef Werner Brandt.
Im Cloud-Geschäft werden oft Abo-Modelle angeboten, mit denen Unternehmen sparen können. Es gibt daneben auch feste Verträge mit langfristiger Laufzeit. Die Firmen brauchen keine eigene IT-Logistik mehr mit ganzen Serverräumen und viel Speicherkapazität, sondern buchen einen Online-Zugang zu der fernen Rechnerwolke, aus der sie ausgelagert alles beziehen. Der Bedarf wird dynamisch gesteuert. Je länger das Abo läuft, desto günstiger sind in der Regel die Preise.
Eckdaten zum Quartal hatte SAP schon vor dem offiziellen Termin
bekanntgegeben und bestätigt sie nun. Demnach steigerten die
Nordbadener ihre Erlöse im Vergleich mit dem ersten Vorjahresquartal
um 11 Prozent auf 3,35 Milliarden Euro. Der operative Gewinn stieg
um 6 Prozent auf 631 Millionen Euro. Die operative Marge fiel damit
um 0,9 Punkte auf 18,8 Prozent. "In Q1 (dem ersten Quartal) hatten
wir zwar gewisse Probleme in Nordamerika", sagte Snabe dem Sender
n-tv. "Das Verkaufsteam hat da das Verkaufsmodell geändert. Das hat
nicht funktioniert und die Probleme haben wir jetzt gelöst." SAP
hatte auf dem Heimatmarkt des Erzrivalen Oracle
SAP bestätigte die Ziele für das Gesamtjahr 2012, wonach das Kerngeschäft mit der Software und softwarebezogenen Dienstleistungen währungsbereinigt um 10 bis 12 Prozent zulegen soll. Mit Blick auf den Heimatmarkt sagte Manager Snabe der BBC: "Europa ist unsicher gewesen für eine Weile. Dieser Grad der Unsicherheit ist aber nicht negativ für SAP gewesen." Die Unternehmen investierten fleißig in Software. Zum Cloud-Geschäft sagte er der BBC: "Wir glauben, das ist die Richtung, in die die Ausgaben in der Zukunft gehen werden."/loh/DP/fn
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AXC0187 2012-04-25/13:47
