Flugreisende sind am Dienstag mit Verspätungen konfrontiert. 400 Beschäftigte der privaten Sicherheitsdienste folgten dem Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di und legten an fünf deutschen Flughäfen die Arbeit nieder. Ver.di will mit dem Warnstreik Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für die rund 2.000 Beschäftigten im privaten Sicherheitsgewerbe machen.
Am größten deutschen Flughafen Frankfurt begann der zweistündige Warnstreik um 6.30 Uhr. In Hannover, Bremen, Düsseldorf und Hamburg starteten die Arbeitsniederlegungen bereits zwischen 4 und 6 Uhr, sagte ver.di-Verhandlungsführer Andreas Sander.
Durch die Streiks würden Flugzeuge, die in dieser Zeit starten und landen, sich durchschnittlich um zwei Stunden verspäten, kalkulierte Sander. Nur in Hannover habe die Bundespolizei die Arbeit an einer Kontrollstrecke besetzt und so die Arbeit von rund 15 streikenden Arbeitnehmern übernommen, so der ver.di-Verhandlungsführer.
Anders als an den anderen Flughäfen dauerten die Arbeitsniederlegungen am Flughafen Düsseldorf nach Unternehmensangaben nur rund 90 Minuten. Flugzeuge hätten sich in dieser Zeit durchschnittlich um 20 Minuten verspätet, teilte der Flughafen auf Anfrage von Dow Jones Newswires mit. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport war kurzfristig nicht zu erreichen.
Mit den Streiks will ver.di vor allem die "Ausdehnung befristeter Arbeitsverhältnisse und erzwungener Teilzeitarbeit" verhindern, sagte Sander. Die Verhandlungen zwischen ver.di und dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft konzentrieren sich auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im privaten Sicherheitsgewerbe. Um die Höhe der Entlohnung ginge es dagegen nicht, fügte Sander hinzu.
Im März hatte ein Streik von Mitarbeitern der Passagier- und Gepäckabfertigung und anderer Bodendienste den Flugverkehr in Deutschland erheblich durcheinander gewirbelt. Der jetzige Warnstreik des Sicherheitspersonals dürfte in seinen Auswirkungen dagegen recht überschaubar bleiben. Bis Ende Juli sollte es auch keine weiteren Streiks geben. "Bis zum nächsten Verhandlungstermin am 27. Juli wollen wir eigentlich nicht weiter streiken", sagte ver.di-Verhandlungsführer Sander.
DJG/hhb/kla
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June 19, 2012 02:20 ET (06:20 GMT)
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