Vor drei Jahren ging der deutsche Speicherchip-Hersteller Qimonda pleite, jetzt schluckt im harten Überlebenskampf in der Branche der US-Konzern Micron den insolventen japanischen Rivalen Elpida. Die Übernahme kostet die Amerikaner insgesamt 200 Milliarden Yen (2 Mrd Euro).
"Wir schaffen die führende reine Speicherchip-Firma", erklärte Micron-Chef Mark Durcan am Montag. Etwa ein Drittel der Summe fließen als Kaufpreis, der Rest in Raten bis zum Jahr 2019, um die Schulden von Elpida abzutragen. Im Gegenzug bekommt Micron hochmoderne Fertigungsstätten für DRAM-Speicherchips, die das Kurzzeitgedächtnis eines Computers sind.
Elpida war zu Jahresbeginn in die Insolvenz gerutscht. Grund war
der drastische Preisdruck, der schon zur Pleite von Qimonda mit
seinen 12.200 Mitarbeitern geführt hatte. Allein in Deutschland
waren damals 4.600 Beschäftigte betroffen, neben der Zentrale in
München vor allem im Dresdner Chipwerk. Der
Qimonda-Insolvenzverwalter streitet sich bis heute mit dem
Ex-Mutterkonzern Infineon
Der Übernahme von Elpida müssen noch das Insolvenzgericht und die Wettbewerbshüter zustimmen. Wenn alles glatt geht, soll das Geschäft bis Mitte 2013 abgeschlossen sein. Parallel sichert sich Micron auch noch die Kontrolle am taiwanischen Hersteller Powerchip./das/DP/jha
ISIN DE0006231004
AXC0249 2012-07-02/18:15
