Gegenüber Derivaten herrschen immer wieder viele Vorurteile. Dabei ist eine Pauschalisierung, ähnlich wie bei anderen Anlageinstrumenten häufig nicht angebracht. Denn wie bei Aktien oder Anleihen können unterschiedlich hohe Risiken eingegangen werden. Diese reichen von sicherheitsorientiert bis spekulativ. Somit bleibt es dem Anleger überlassen, welches Risiko er eingehen möchte. Ein Überblick zu einer interessanten Asset-Klasse.
Derivate gewinnen an Bedeutung
In den vergangenen Jahren ist auf den internationalen Finanzmärkten ein riesiger Markt für Derivate aller Art entstanden. Die Wichtigkeit von Derivaten für die internationalen Finanzmärkte wird beispielsweise dadurch unterstrichen, dass das Volumen des Derivate-Marktes bei weitem die Volumina der weltweit gehandelten Aktien, Anleihen und sogar der gesamten weltweiten Wirtschaftsleistung übersteigt. Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und der folgenden Wirtschafts- und Finanzkrise wurden Derivate allerdings pauschal verteufelt und als große Risiken für die weltweite Wirtschaft identifiziert. Der Starinvestor Warren Buffett bezeichnete Derivate einst sogar als "Massenvernichtungswaffen" der Finanzmärkte.
Jedoch erfüllen Derivate seit jeher sehr wichtige Funktionen. Schon in früheren Zeiten versuchten Geschäftsleute die Risiken aus ihrem Handel durch einfache Termingeschäfte abzusichern. Auf den heutigen Finanzmärkten sorgen sie für mehr Liquidität und damit für eine bessere Versorgung der Realwirtschaft mit Kapital seitens der Banken. Für Privatinvestoren bietet sich mit Hilfe von Derivaten die Möglichkeit, mit relativ geringem Kapitaleinsatz in verschiedene Basiswerte zu investieren, ohne diese Basiswerte erwerben zu müssen. Dies verbessert den Zugang zu den Finanzmärkten und die Partizipationsmöglichkeiten für Kleinanleger enorm.
Viele Szenarien
Dabei wächst die Beliebtheit solcher Finanzinstrumente, die sich nach den Kursschwankungen oder den Preiserwartungen anderer Investments (Underlying, Basiswert) richten auch deshalb, weil Anleger mit ihrer Hilfe mittlerweile auf die verschiedensten Szenarien setzen können. Derivate können sowohl zur Absicherung gegen Wertverluste als auch zur Spekulation auf Kursgewinne des Basiswerts verwendet werden. Zu den wichtigsten Derivaten zählen Zertifikate, Optionen, Futures und Swaps.
Für Privatanleger bietet vor allem die Gruppe der Zertifikate eine attraktive Möglichkeit auf die Kursverläufe von einer großen Zahl an Basiswerten wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen zu setzen. Häufig können Anleger dabei mit relativ geringem Kapitalaufwand überproportional an Kursbewegungen des Basiswerts partizipieren.
Das erste jemals emittierte Zertifikat war im Juni 1990 ein Index-Zertifikat der Dresdner Bank auf den DAX. Heutzutage sind eine ganze Menge mehr dazugekommen. Zur Unterscheidung der großen Zahl verschiedener Anlageprodukte werden Zertifikate in verschiedene ...
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