Berlin (BoerseGo.de) - Commerzbank-Chef Blessing musste den Abgeordneten des Finanzmarktgremiums des Bundestages bereits Mitte September Rede und Antwort über seine üppige Gehaltserhöhung stehen. Dies erfuhr die "Süddeutsche Zeitung" aus nicht näher benannten Kreisen. Demnach musste Blessing das Gremium über den Zustand der teils staatlichen finanzierten Bank informieren und erklären, warum sein Gehaltsdeckel angehoben wurde, obwohl sich die Bank weiterhin in schwierigem Fahrwasser befindet.
Wie das Blatt weiter berichtet, sei Blessings Deckelung angehoben worden, nachdem die Bank den größten Teil der stillen Einlage des Staates zurückbezahlt hatte. Als Effekt verdiene der Commerzbank-Chef statt bisher 500.000 Euro nun wieder 1,3 Millionen Euro. "Blessing musste sich für die enorme Gehaltssteigerung rechtfertigen", zitiert die SZ gut informierte Kreise. Der Vorstandschef soll darauf erklärt haben, dass es sich dabei nicht um eine Erhöhung des Gehalts handle, sondern um die Aufhebung einer vorübergehenden Beschränkung.
Wie es bei der Commerzbank weiter geht, bleibt offen. "Das operative Geschäft bleibt weiter unter Druck", so das Resümee aus einer Präsentation der Bank in der vergangenen Woche in London. Auch eine Dividendenzahlung wird mehr und mehr ausgeschlossen. Die neue Strategie der Bank will Blessing am 8. November in Frankfurt vorstellen.
