Erholung nur auf Schleichfahrt: Die Autoindustrie dürfte an der Absatzkrise in Westeuropa laut einer Studie noch jahrelang zu knabbern haben. "Unsere Aussicht ist, dass die Erholungsphase ungefähr zehn Jahre dauern wird", sagte Analyst Volker Krueger vom Prognoseinstitut LMC Automotive am Dienstag auf einer Veranstaltung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in Frankfurt. Demnach werden in Westeuropa erst 2018 wieder so viele Autos verkauft wie im Vorkrisenjahr 2007.
Allerdings würde in Ländern wie Spanien in diesem Jahrzehnt gar nicht mehr das alte Volumen erreicht. Nach einem durchschnittlichen Absatz von 1,6 Millionen Autos zwischen 2000 und 2007 dürften dort in diesem Jahr nur 700.000 Wagen verkauft werden, schätzt LMC. "Es sieht so aus, als müsste man dort eher an der 1-Million-Marke arbeiten", sagte Krueger.
In Deutschland werden nach der Prognose in diesem Jahr etwa 2 Prozent weniger Neuwagen verkauft als im Vorjahr. Für 2013 hält LMC ein leichtes Plus für möglich.
Trotz aller Turbulenzen auf den Heimatmärkten sieht Standard &
Poor's aber zumindest Europas Branchenprimus VW sowie die deutschen
Premium-Hersteller BMW
Dagegen schaut die Ratingagentur beim Volkswagen
Am größten scheint der Druck aktuell bei Daimler zu sein. Die Stuttgarter kündigten bereits ein Sparprogramm an und wollen die Produktion in einigen Werken zwischenzeitlich drosseln. Anlass zu großer Sorge sieht S&P-Experte Tanguy aber nicht. Dank seiner guten Finanzlage könne der Konzern sogar einen Absatzrückgang von sechs bis sieben Prozent verschmerzen, ohne das Rating zu gefährden, glaubt er.
Knallhart traf die Entwicklung dagegen etablierte
Massenhersteller wie Fiat
Längst habe die Absatzkrise auch zu einer Rezession in der Autoproduktion geführt. S&P schätzt die Überkapazitäten in Europa auf mindestens 20 Prozent. "In Italien und Frankreich sind es noch mehr", sagte S&P-Analyst Tanguy. Aus seiner Sicht greifen die Hersteller das Problem nicht beherzt genug an. In Bezug auf Fabriken von Fiat und PSA (Peugeot-Citroën) sowie das Bochumer Opel-Werk kritisierte Tanguy: "Die Werke, über deren Schließung diskutiert wird, stehen nur für weniger als 5 Prozent der europäischen Autoproduktion."/mmb/hqs/he
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AXC0153 2012-10-09/14:32
