Berlin (BoerseGo.de) - Das deutsche Mitglied im Direktorium der EZB, Jörg Asmussen, befürwortet den Vorstoß von Finanzminister Wolfgang Schäuble, mehr Kompetenzen an die EU zu übertragen. "Der Bundesfinanzminister hat einen ganz wichtigen Punkt angesprochen, der geklärt werden muss: dass wir in Zukunft mehr Souveränität in Europa teilen müssen, um den Stabilitätserfordernissen, die eine Währungsunion hat, Rechnung zu tragen. Dabei ist der ganz zentrale Punkt: Wie gehen wir mit einem Land um, dessen Budget aus dem Ruder läuft - gegen die Absprachen, die man gemeinsam getroffen hat", so Asmussen.
Er begrüßte auch den Vorschlag Schäubles, dem EU-Währungskommissar ein "Veto-Recht" einzugestehen, falls nationalen Haushalte die Überschuldung ins Haus stehe. "Dann ist es eine gute Idee, dass der Währungskommissar das Budget zurückweisen kann", so Asmussen. Er führte weiter an, dass ein Haushalt nur "in Gänze" abgelehnt werden solle: "Wie man dieses Budget korrigiert, das bleibt in der Kompetenz des Mitgliedstaates". Vor Beginn des EU-Gipfels verlangte der EZB-Experte zur Umsetzung der Pläne erste konkrete Schritte, die bis Ende des Jahres zusammengetragen werden sollten. "Wir müssen einen Fahrplan vorlegen: Wie soll Europa in den nächsten zehn Jahren aussehen".
