Von Christian Grimm
Geldwäsche bleibt für die Behörden in Deutschland ein drängendes Problem. Insgesamt sind im vergangenen Jahr rund 12.900 Verdachtsmeldungen bei der nationalen Zentralstelle zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus eingegangen, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Montag bei einer Pressekonferenz erklärte. Das sind 1.800 Fälle mehr als 2010 und gleichzeitig ein neuer Höchststand, seit dem das Geldwäschegesetz 1993 in Kraft getreten ist.
Laut BKA-Chef Jörg Ziercke beteiligen sich auch nach wie vor zahlreiche Privatpersonen an den illegalen Machenschaften. Knapp ein Drittel der Verdachtsanziegen entfallen auf Privatleute, die ihr Konto für Zwischenüberweisungen zur Verfügung stellen und dort eingehende Beträge gegen Provision an Hinterleute im Ausland oder andere Geldwäscher weiterleiten.
"Sich als Financial Agent anwerben zu lassen und damit schnelles Geld verdienen zu wollen, ist nur ein vermeintlich lukratives Geschäft", warnte der BKA-Chef. Finanzagenten drohten nicht nur Strafen wegen leichtfertiger Geldwäsche, sie müssten auch mit Schadensersatzansprüchen der Geschädigten rechnen. Die Behörden verbuchen es aber als Erfolg, dass die Zahl der Anzeigen gegen private Geldwäscher im ersten Halbjahr 2012 um rund ein Fünftel zurückgegangen sind. Das zeige, dass neue Präventionsmaßnahmen greifen.
Ein anderes Phänomen mit dem die Polizei kämpft, ist der Umsatzsteuerbetrug beim Handel mit Strom und Gas sowie bei großen Importen von Handys. Er markiert eine Vorstufe der Geldwäsche. Laut BKA erhärtet sich etwa bei der Hälfte der Anzeigen nach Vorermittlungen der Verdacht auf eine Straftat.
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October 29, 2012 10:03 ET (14:03 GMT)
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